Die Spritpreise steigen weiter - und die Politik sucht nach Lösungen. Neben einer möglichen Preisbremse bringen Fachleute nun eine einfache Maßnahme ins Spiel: niedrigere Tempolimits und sparsameres Fahren.
Experten fordern eine Änderung der Fahrgewohnheiten. Mit spritsparendem Fahrstil lasse sich der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent senken, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer im Ö1-Mittagsjournal. Konkret heißt das: langsamer fahren, niedrigere Drehzahlen und möglichst gleichmäßig unterwegs sein.
Noch weiter geht Umweltökonomin Sigrid Stagl. Sie sieht niedrigere Tempolimits als schnelle und wirksame Maßnahme, die kaum Kosten verursacht. Zusätzlich würde Lärm sinken und die Verkehrssicherheit steigen.
Von globalen Organsiationen gibt es ähnliche Empfehlungen. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) könnte eine Reduktion um nur 10 km/h den Spritverbrauch auf Autobahnen um bis zu 10 Prozent senken.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Solche Maßnahmen gab es schon einmal. In den 1970er-Jahren wurde in Österreich ein Tempolimit von 100 km/h eingeführt, dazu kamen autofreie Tage.
Im Mobilitätsministerium von Minister Peter Hanke sieht man derzeit keinen akuten Handlungsbedarf für niedrigere Tempolimits. Ein Treibstoffmangel sei aktuell nicht in Sicht, daher seien weder Temporeduktionen noch Fahrverbote geplant.
Stattdessen setze man auf Eigenverantwortung. Autofahrer sollen unnötige Fahrten vermeiden und ihren Verbrauch senken. Wer gleichmäßig fährt, sanft beschleunigt und vorausschauend unterwegs ist, kann laut Ministerium deutlich Sprit sparen.