Eine gewaltige Hitzeglocke hält derzeit westliche Regionen der USA im Griff - und sie wandert nun weiter Richtung Osten. Bereits im März wurden in 14 Bundesstaaten neue Hitzerekorde gemessen. Meteorologen sprechen von einer der ausgedehntesten Hitzewellen der US-Geschichte.
Besonders drastisch sind die Temperaturwechsel: Im Mittleren Westen schoss das Thermometer innerhalb von nur vier Tagen von minus 10 auf über 33 Grad Celsius nach oben. Im Bundesstaat Kansas wurde etwa in Chanute zunächst klirrende Kälte gemessen, ehe kurz darauf fast 36 Grad erreicht wurden.
Auch in Kansas City gab es mit rund 33 Grad neue März-Rekorde, bevor die Werte wieder deutlich zurückgingen.
Laut Wetter-Experten bleibt die Lage angespannt. "Im Grunde wird es in den gesamten USA heiß sein", erklärt US-Meteorologe Gregg Gallina. "Das Gebiet mit Rekordtemperaturen ist extrem groß. Das ist das wirklich Merkwürdige daran", so Gallina.
Verantwortlich ist eine sogenannte Hitzeglocke. Dabei wirkt ein Hochdruckgebiet wie ein Deckel und schließt heiße Luft über einer ganzen Region ein. In Flagstaff (Arizona) beispielsweise könnte das gleich mehrere Tage mit Temperaturen über bisherigen März-Rekorden bedeuten.
Die Auswirkungen der Hitzewelle sind enorm: In einem Viertel bis zu einem Drittel der USA könnten die Temperaturen im März auf Rekordniveau liegen. Selbst historische Hitzewellen der letzten Jahre werden laut Experten deutlich übertroffen.
An einzelnen Messstationen wurden sogar 44,4 Grad Celsius erreicht - ein neuer Rekord für März. Insgesamt wurden an Hunderten Wetterstationen neue Höchstwerte registriert.
Auch der Klimawandel spielt bei der aktuellen Hitzewelle eine zentrale Rolle. Forscher gehen davon aus, dass solche Extremereignisse ohne die Erderwärmung praktisch unmöglich wären - und heutzutage um ein Vielfaches wahrscheinlicher auftreten.