Charmant, weltgewandt, attraktiv und berühmt – das ist Hollywoodstar George Clooney (64) im wahren Leben, genauso wie in seiner neuen Rolle im titelgebenden Film "Jay Kelly" (ab heute auf Netflix). In der Dramedy des Oscar-nominierten Regisseurs Noah Baumbach ("Der Tintenfisch und der Wal") steht der bekannte Schauspieler am Scheideweg: Er hat scheinbar alles, Ruhm, Geld, Kinder, die er liebt, aber er ist trotzdem unglücklich.
Sein Job erfüllt ihn nicht mehr, seine ältere Tochter Jessica (Riley Keough) hat sich abgewandt, seine Jüngere Daisy (Grace Edwards) möchte ins Ausland zum Studieren. Als er vom Tod eines alten Freundes erfährt, schlittert der Leinwandheld vollends in eine ausgewachsene Krise. Sein langjähriger Manager Ron, sehr überzeugend von Adam Sandler verkörpert, muss das nun ausbaden.
Die beiden brechen gemeinsam mit seiner PR-Beraterin Liz (Laura Dern) auf eine emotionale und turbulente Reise quer durch Europa auf, auf der sie ihre Lebensentscheidungen und wichtigen Beziehungen hinterfragen. Während Clooney privat als Schauspieler und Produzent seit Jahren konsequent seinen Weg geht, sucht er als Jay im Film den Sinn des Lebens.
Auf einer Zugfahrt, in der Jay den Kontakt "zu echten Menschen" ermöglichen will, sitzt auch der deutsche Schauspielstar Lars Eidinger als Radfahrer im Abteil. Der Film, der sich über Hollywood und die Eitelkeiten der Branche lustig macht, verliert sich stellenweise ein wenig in amerikanischen Klischees über Europa. Die Unterhaltung kommt dabei dennoch nicht zu kurz.