Fassungslosigkeit in den Bergen von Oberösterreich: Unbekannte haben auf der Kampermauer (Bez. Kirchdorf) am Hengstpass zwei hochwertige Rettungsseile gestohlen. Die Bergrettung Windischgarsten spricht von einem "lebensgefährlichen Diebstahl".
Die jeweils 250 Meter langen Spezialseile waren in strategisch platzierten Materialtonnen deponiert – und sind nun spurlos verschwunden. Der Diebstahl wurde am Samstag bei einer gemeinsamen Übung mit der Ortsstelle Vorderstoder entdeckt.
"Dass die Tonnen am Ausstieg der populären Route 'Super Diagonale' komplett leergeräumt wurden, macht uns sprachlos", erklärt die Bergrettung auf Facebook. Es wurde sofort Anzeige erstattet.
Warum die Seile dort gelagert werden, hat einen ernsten Hintergrund. Durch das System können Einsatzkräfte im Notfall ohne das enorme Zusatzgewicht der schweren Seile rasch aufsteigen und verunglückte Personen sofort sicher abseilen. Dabei zählt oft jede Minute.
Entsprechend deutlich fällt die Warnung der Bergrettung aus: "Ein solcher Diebstahl kann im Ernstfall zu einem absoluten Horror-Szenario führen – der dadurch entstehende Zeitverlust entscheidet im schlimmsten Fall über Leben und Tod."
Wie wichtig die Arbeit der Einsatzkräfte ist, zeigen aktuelle Zahlen: Allein im Vorjahr verunglückten österreichweit 2.468 Menschen beim Wandern und Bergsteigen, 1.477 wurden bei den Unfällen verletzt, 109 Personen kamen ums Leben.
Allein in Oberösterreich musste die Bergrettung 740 Verunglückten helfen. Rettungseinsätze können zudem teuer werden – schon rund 40 Flugminuten eines Hubschraubers verursachen Kosten von mehr als 5.000 Euro.