Mit dem Huawei Mate X7 tritt Huawei im Jahr 2026 in Europa wieder in die erste Liga der faltbaren Smartphones ein. Als Flaggschiff-Foldable mit hochwertiger Hardware, eigenem Betriebssystem und ambitionierten Kamera- und Display-Features will es nicht nur Samsung, Honor und Google Paroli bieten – es will sie übertrumpfen. Doch kann es seinem Preis von rund 2.099 Euro wirklich gerecht werden, oder ist es eher ein schicker Exot mit echten Schwächen? "Heute" hat das Mate X7 mehrere Tage lang auf die Probe gestellt. Bereits der erste Blick aufs Mate X7 begeistert: Huawei kombiniert ein elegantes, klares Design mit hochwertigen Materialien und einem faltbaren Format, das sich im Alltag angenehm anfühlt.
Das Gerät bringt etwa 235 Gramm auf die Waage, ist im geschlossenen Zustand rund 9,5 Millimeter dick und aufgeklappt extrem schlank bei nur 4,4 Millimeter – ein Wert, der beim Falten echte Ingenieurskunst widerspiegelt. Samsung und Honor können das aber sogar noch ein ganz klein wenig schlanker. Huawei hat zudem einen IP-Schutz integriert, der Staub und Wasser stark widersteht (IP58 + IP59), was bei einem Foldable noch außergewöhnlich ist. Im Vergleich dazu hat das Samsung Galaxy Z Fold7 eine ähnlich hochwertige Verarbeitung, ist aber etwas leichter und dünner im gefalteten Zustand. Sein Armor-Aluminium-Rahmen und Corning-Gorilla-Glass-Ceramic-Frontglas setzen Maßstäbe in der Premiumklasse.
Das Honor Magic V5 gilt gemeinsam mit dem Galaxy Z Fold7 als eines der schlankesten Foldables überhaupt, kommt auf rund 8,8 Millimeter im geschlossenen Zustand und etwa 4,1 Millimeter geöffnet, ist dabei etwas leichter und wirkt insgesamt "alltagstauglicher" mit seiner flachen Haptik. Das Google Pixel 10 Pro Fold wiederum konzentriert sich auf solide Verarbeitung inklusive IP68-Staub- und -Wasserdichtigkeit und ein robustes, zuverlässiges Chassis, ohne allzu sehr auf spektakuläre Materialien zu setzen. Eines der stärksten Argumente für das Mate X7 sind seine OLED-Displays: das 8,0-Zoll-Innendisplay mit 2.416 x 2.210 Pixeln, 120 Hz-Bildrate und adaptivem LTPO-Panel, sowie ein äußeres 6,49-Zoll-OLED-Panel.
Außen gibt es 3.000 nits Spitzenhelligkeit (Huawei selbst nennt es ein Quad-Curved-Display). In der Praxis bedeutet das: Blau- und Schwarzwerte sind kräftig, Farben wirken satt, und die Animationen laufen butterweich. Die adaptive Refresh-Rate spart außerdem Energie, wenn maximale Performance nicht gebraucht wird. Beide Displays nutzen hohe PWM-Dimmraten für angenehmeren Augenkomfort bei niedriger Helligkeit. Allerdings bleibt der Falz sichtbar und fühlbar, auch wenn Huawei ihn deutlich dezentrierter als in älteren Foldables gestaltet hat. Im direkten Vergleich glänzt das Samsung Galaxy Z Fold7-Innendisplay ebenfalls mit einem 8,0-Zoll-120 Hz-Dynamic-AMOLED-Panel und solider Outdoor-Ablesbarkeit.
Samsungs Vision Booster sorgt für besonders hohe Helligkeit und ist damit selbst bei starker Sonne meist einen Tick besser ablesbar. Das Honor Magic V5 legt bei der Spitzenhelligkeit sogar noch eine Schippe drauf und gehört zu den hellsten Foldable-Displays am Markt. Und das Google Pixel 10 Pro Fold schlägt sich seinerseits als starker Allrounder mit guter Farbdarstellung, HDR10+-Support und packender Multimedia-Performance – insgesamt eher ein Bildschirm-Arbeitstier als ein "Rekord-Panel", aber für die meisten Szenarien mehr als ausreichend. In Sachen Bildschirmen schenken sich damit alle Luxus-Falt-Flaggschiffe kaum mehr etwas – so muss es aber auch sein bei einem Preis um die 2.000-Euro-Marke.
Beim Prozessor gibt es unter den Faltern ein ziemlich eindeutiges Match Kirin vs. Snapdragon vs. Tensor. Im Inneren des Mate X7 arbeitet Huaweis eigener Kirin 9030 Pro-Chip, ein 9-Core-SoC mit 6 nm Fertigung, gepaart mit bis zu 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB internem Speicher. In realen Szenarien fühlt sich das System trotz des proprietären Chips sehr flüssig an: Apps starten schnell, Multitasking funktioniert zuverlässig und alltägliche Aufgaben meistert das Mate X7 ohne Ruckler. Selbst mobile Spiele laufen auf dem großen Display größtenteils flüssig. Doch in synthetischen Benchmarks liegen andere Chips klar vorn: Der Kirin 9030 Pro bleibt etwa im Geekbench-6-Test deutlich hinter den Konkurrenten zurück.
Das Samsung Galaxy Z Fold7 nutzt dagegen den Snapdragon 8 Elite for Galaxy, der aktuell zu den stärksten mobilen Chips zählt, und liefert in nahezu allen Benchmarks Top-Scores – inklusive starker Grafik- und KI-Performance. Huawei liegt da punktemäßig bei der Hälfte bis einem Drittel. Das Honor Magic V5 verwendet ebenfalls einen Snapdragon-8-Elite-Chip und kombiniert ihn mit einem großen Akku, der für hohe Benchmark- und Alltags-Performance sorgt. Der Google Pixel 10 Pro Fold setzt wie üblich auf den eigenen Tensor G5-Chip, der zwar nicht an die reine Rohleistung der Snapdragon-Elite-Serie herankommt, aber in vielen KI- und Multimedia-Tasks dank tief integrierter Software-Optimierung glänzt und vor dem Kirin landet.
Huawei erreicht also im Alltag gute Leistung, aber bei reinen Performance-Metriken liegen die Konkurrenten oft deutlich vorn. Umso schönes, dass das Mate X7 wiederum bei der Kamera die Konkurrenz alt aussehen lässt. Huawei war lange Zeit führend in der Smartphone-Fotografie – und beim Mate X7 lässt sich das erahnen: Die Triple-Kamera besteht aus einem 50 Megapixel (MP) Hauptsensor mit variabler Blende und optischer Bildstabilisation (OIS), einem 40 MP Ultraweitwinkel und einem 50 MP Tele-Objektiv mit 3,5-fach optischem Zoom und bis zu 100-fach digitalem Zoom. In der Praxis liefert das Mate X7 kräftige Farben, feine Details und einen Dynamikumfang, der in allen Lichtsituationen überzeugt.
Der variable Blendenbereich hilft dabei, Motive flexibel zu belichten, und bei Zoom-Aufnahmen punktet die Tele-Linse mit überraschend guten Ergebnissen. Tagsüber zeigen sich Aufnahmen bis zum Faktor 20 unglaublich scharf und detailreich, nachts bis zum Faktor 10 – Ergebnisse, die die übrigen Falter erblassen lassen und die selbst bei klassischen Smartphone-Flaggschiffen nicht selbstverständlich sind. Bei schlechtem Licht und nachts dominiert das Mate X7 ebenfalls die Wertung mit extrem scharfen, detailreichen und dennoch natürlichen Bildern. Hier muss man anerkennen: In Bezug auf Kamera-Qualität steht das Huawei Mate X7 ganz oben am Falt-Smartphone-Thron – und das mit einem gehörigen Respektabstand.
Die Selfie-Cams außen und innen mit je 8 MP liefern solide Ergebnisse für Social-Media-Content und Videocalls, ohne allerdings in der absoluten Spitzengruppe mitzuspielen. Müssen sie aber auch nicht, denn wie bei Faltern üblich, können Selfies ganz einfach mit der Hauptkamera geknipst werden, indem man das Modell aufklappt. Im Kamera-Vergleich setzt das Samsung Galaxy Z Fold7 mit einem 200 MP-Hauptsensor, einem 12 MP Ultraweitwinkel und einem 10 MP Tele auf höhere Auflösung, starke Low-Light-Performance und bessere Bildverarbeitung – kommt aber nicht an die fantastischen Fotos heran. Das Honor Magic V5 glänzt mit jeweils fast ident starken Sensoren und tollen Portrait- und Weitwinkelaufnahmen.
Das Google Pixel 10 Pro Fold wiederum zeigt Googles klassische Stärke bei Software-optimierten Bildern mit natürlicher Farbdarstellung und AI-gestützter Szenenerkennung – oft ein Favorit bei Porträts, und dank Pro Res Zoom auch mit extremen Zoom-Fähigkeiten. Insgesamt ist Huaweis Kamera-System sehr stark, auch wenn es in Einzeldisziplinen nicht ganz konkurrenzlos ist. Und wie sieht es bei Laufzeit und Ladung aus? Huawei spendiert dem Mate X7 einen Akku mit 5.300 Milliamperestunden (mAh). Das Modell unterstützt 66 Watt (W) kabelgebundenes Laden und 50 W kabelloses Laden. In Nutzungs-Tests hielt das Gerät trotz überschaubarer Akku-Größe sehr lange durch – es bleibt über einen kompletten Tag aktiv.
Die Ladezeiten sind beim Huawei Mate X7 beeindruckend schnell für ein Foldable: In rund 50 Minuten ist der Akku wieder voll, schneller als viele Vergleichs-Modelle. Im direkten Vergleich hat das Samsung Galaxy Z Fold7 einen kleineren Akku (4.400 mAh) und moderatere Ladegeschwindigkeiten, aber Samsungs Software-Optimierungen gleichen das teilweise aus. Das Honor Magic V5 punktet mit einer etwas größeren Batterie und ebenfalls schnellen Ladeoptionen, wodurch es in einigen Fällen noch längere Laufzeiten ermöglicht. Das Google Pixel 10 Pro Fold hat eine mittlere Akkukapazität, liefert aber durch gute Effizienz ebenfalls respektable Laufzeiten – etwas hinter Huawei, aber konkurrenzfähig.
Huawei setzt in der chinesischen Version des Geräts auf HarmonyOS 6 und hierzulande auf EMUI 15.0, ein eigenständiges Smart-Device-Ökosystem, das besonders auf Multitasking, große Displays und intelligente Zusammenarbeit zwischen Geräten ausgelegt ist. Die Oberfläche ist flüssig und funktional, doch die Abwesenheit vieler Google-Dienste und nativer Android-Apps bleibt ein spürbarer Nachteil – auch wenn moderne Lösungen diese Lücke teilweise überbrücken. Zumindest funktioniert diese Überbrückung durch den "Aurora Store" nun fast vollautomatisch: Der inoffizielle Client für den Google Play Store bringt in Verbindung mit dem Google-Play-Dienste-Ersatz microG alle Google-Funktionen (bis auf Pay) auf den Falter.
Wer das Google-Universum gewohnt ist, fährt dennoch mit den Konkurrenten komfortabler. Samsung nutzt One UI 8 auf Android 16 mit langer Update-Versorgung (bis zu 7 Jahre Sicherheits- und Software-Updates) und großem App-Ökosystem – ein klarer Vorteil für viele Nutzer. Honor kombiniert Android-Basis mit MagicOS, was oft vertrauter wirkt und eine riesige App-Auswahl bietet – inklusive der standardmäßigen Android-Funktionen und Services. Auch hier gibt es sieben Jahre lang Updates. Google ist hier natürlich vorne mit Stock-Android 16 und Pixel-Optimierungen (ebenfalls sieben Jahre), schnellen Updates und tiefen KI-Integrationstools – ein klares Plus für Nutzer, die maximale Software-Komfort und Innovation erwarten.
Wählbar ist in Österreich übrigens ein Einzel-SIM-Modell und ein Dual-SIM-Modell. Auch beim Thema Konnektivität hat Huawei ordentlich aufgerüstet, 5G gibt es allerdings nicht. Ansonsten gibt es eSIM, Bluetooth 6.0, NFC, USB-C-Anschluss (3.1), einen schnellen Fingerabdrucksensor in der Einschalttaste, verschiedenste Ortungsdienste und WiFi 7. Das Huawei Mate X7 präsentiert sich als selbstbewusstes Premium-Foldable, das in vielen Bereichen zeigt, wie viel Selbstvertrauen Huawei hat und wie stark das Unternehmen durch die Sanktionskrise gekommen ist, die es von 5G-Technologien, Google-Diensten und Hochleitungs-Prozessoren abgeschnitten hatte. Alleine dahingehend ist das Huwei Mate X7 ein Wunderwerk der Technik.
Das hochwertige Display des Mate X7 sorgt für Mehrwert beim Multitasking und Streaming oder produktiven Arbeiten. Die Darstellung ist farbstark, flüssig und augenschonend, während die solide Scharnierkonstruktion Vertrauen in die Stabilität schafft. Die Kamera gehört zu den Allerbesten am Smartphone-Markt, liefert detailreiche Fotos mit kräftigen Farben und hoher Dynamik in allen Situationen. Bei der Leistung gibt es souveräne Alltags-Performance, sie ist aber von Bestwerten weit entfernt. Wer ein stark ausgestattetes Foldable mit herausragender Kamera und exzellentem Design sucht, findet im Mate X7 eine echte Alternative zu Samsung, Honor und Google – allerdings mit einigen Kompromissen wie der Google-Dienste-Causa.