Das Huawei MatePad Air macht beim Einschalten klar, dass es nicht ein klassisches Tablet sein will, sondern eine Alternative zu einem Laptop, wenn es nicht um Maximalleistung, sondern um praktische Funktionen geht. Das 12-Zoll-Tablet ist leicht, flach und auf Nutzung mit mehreren Anwendungen ausgelegt, arbeitet flüssig und bietet ein fast einzigartiges, mattes OLED-Display. Browser, Notizen, Content-Erstellung, Dokumente, mehrere Fenster und kreative Anwendungen gehören zu den Aufgaben, für die Huawei das MatePad Air positioniert. Dazu kommen Spiele, die von der hohen Bildwiederholrate profitieren können. Das Ganze hat auch einen stolzen Preis – je nach Speicher und Zubehör wie Stift und Tastatur rund 800 Euro.
Um den Preis einzuordnen: Das MatePad Air kann, weil Huawei wegen des US-Banns von den stärksten Chips am Markt abgeschnitten ist, nicht mit Flaggschiff-Konkurrenten mithalten und ordnet sich in die gehobene Mittelklasse ein. Rund 800 Euro sind da selbstbewusst angesetzt – die Kombination mit Stift oder Tastatur ist aber attraktiv, denn Zubehör lässt auch bei anderen Herstellern den Preis von günstigeren Tablets ordentlich nach oben schießen. Das vielleicht größte Problem des Huawei-Tablets aber: Deutlich stärkere Modelle wie das Galaxy Tab S11 oder das Honor MagicPad 4 gibt es entweder vom Start weg viel günstiger – oder ihr Preis ist mittlerweile so stark gefallen, dass er bei den rund 800 Euro zu stehen kam.
Das Gerät selbst wiegt rund 509 Gramm und ist 5,3 Millimeter dünn. Das ist bei einem 12-Zoll-Tablet nicht wirklich viel. Das MatePad Air lässt sich problemlos mitnehmen und auch länger in der Hand halten. Der entscheidende Punkt ist aber: Ein leichtes Tablet bringt wenig, wenn es bei anspruchsvolleren Aufgaben ins Stocken kommt. Genau hier hat Huawei beim 2026er-Modell angesetzt. Im MatePad Air 2026 arbeitet der neue Kirin T93C. Im Vergleich zum T92 der vorherigen Generation wurde die Leistung deutlich erhöht. Besonders interessant ist dabei nicht nur die maximale Geschwindigkeit, sondern die Leistung über längere Zeit. Huawei hat nach eigenen Angaben auch die passive Kühlung verbessert.
Im Praxiseinsatz über mehrere Tage wirkt das Tablet entsprechend schnell. Anwendungen starten ohne Wartezeiten, das Wechseln zwischen geöffneten Programmen funktioniert direkt und auch bei mehreren gleichzeitig verwendeten Apps bleibt die Bedienung flüssig. Dabei sollte man die Leistung trotzdem richtig einordnen. Das MatePad Air ist kein Tablet mit einem aktuellen Apple-M-Chip oder einem Spitzenprozessor von Qualcomm. Der Kirin T93C bewegt sich in einer anderen Leistungsklasse. Für die Aufgaben, für die Huawei das Gerät vorgesehen hat, reicht die Geschwindigkeit aber aus. Und wer unterwegs nicht unbedingt anspruchsvolle Aufgaben wie Videoschnitt vor sich hat, für den kann das Tablet ein guter Laptop-Ersatz sein.
Genau das zeigt sich im Alltag. Bei einem Tablet merkt man mangelnde Leistung häufig nicht beim Öffnen einer einzelnen App, sondern beim Wechseln zwischen mehreren Aufgaben. Hier schlägt sich das MatePad Air besser als ein Gerät, das nur auf einfache Nutzung ausgelegt ist, aber nicht so schnell wie ein Flaggschiff. Das belegt auch die Technik: Beim Arbeitsspeicher gibt es Varianten mit 8 oder 12 Gigabyte (GB) RAM. Der interne Speicher beträgt 256 GB. Damit ist das MatePad Air grundsätzlich ausreichend ausgestattet, um mehrere Anwendungen parallel zu verwenden. Für mich sind die 12 GB vor allem dann interessant, wenn das Tablet tatsächlich als Arbeitsgerät für unterwegs verwendet wird.
Wer nur surft, Videos schaut und gelegentlich E-Mails liest, braucht diese Speichermenge nicht unbedingt. Sobald aber Browser, Notizen, Dokumente und weitere Anwendungen gleichzeitig geöffnet sind, wird zusätzlicher Arbeitsspeicher sinnvoll. Huawei bietet außerdem SuperHub mit bis zu 8 GB virtuellem Speicher. Dabei wird ein Teil des internen Speichers als zusätzlicher Arbeitsspeicher genutzt. Das ersetzt natürlich keinen echten RAM, kann aber dabei helfen, mehrere Anwendungen im Hintergrund zu halten. Die 256 GB interner Speicher sind dagegen eine klare Grenze. Für normale Büroarbeit, Streaming und alltägliche Anwendungen reicht das. Für Videodateien, viele Fotos oder Zeichenprojekte kann es jedoch schnell knapp werden.
Die reine Prozessorleistung ist bei einem Tablet nur die halbe Geschichte. Entscheidend ist, was das Betriebssystem daraus macht. Huawei setzt beim MatePad Air deshalb stark auf Live-Multitask. Damit lassen sich mehrere Anwendungen gleichzeitig auf dem Display verwenden. Genau diese Funktion passt zum 12-Zoll-Format. Hier bleibt genug Platz, um beispielsweise im Browser Informationen zu suchen und gleichzeitig in Huawei Notes Notizen zu schreiben. Wenn man sich an die parallele Nutzung gewöhnt hat, wirkt der Wechsel zwischen einzelnen Apps plötzlich unnötig langsam. Gerade beim Arbeiten mit Dokumenten ist das praktisch. Ein Text oder Bild kann geöffnet bleiben, während man im Browser nach Informationen sucht.
Huawei legt beim MatePad Air viel Wert auf WPS Office. Die Anwendung soll klassische Büroaufgaben auf dem Tablet ermöglichen und wird zusätzlich mit KI-Funktionen kombiniert. WPS Docs kann Inhalte anhand von Vorgaben erzeugen, WPS Sheets unterstützt eine KI-Hilfe für Tabellen, WPS Slides kann Präsentationen aus Eingaben erstellen und WPS PDF bietet eine Zusammenfassungsfunktion. Das ist vor allem interessant, wenn man das Tablet unterwegs verwendet. Für Dokumente und Tabellen muss nicht ein Laptop dabei sein. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass das MatePad Air einen Laptop vollständig ersetzt. Die Einschränkung liegt bei Leistung, aber auch bei der Software und den Programmen, die man benötigt.
Wer hauptsächlich Texte schreibt, Tabellen bearbeitet, Präsentationen vorbereitet, PDFs liest und im Internet arbeitet, kann mit dem Tablet weit kommen. Wer dagegen spezielle Desktop-Programme benötigt oder sehr anspruchsvolle Anwendungen nutzen will, stößt schneller an Grenzen. Mit dem Smart Magnetic Keyboard wird die Bedienung für längere Texte deutlich angenehmer. Das Tablet bleibt dabei trotzdem leichter als ein klassisches Notebook und die Verbindung mit NearLink klappt hervorragend. Auch der Eingabestift verbindet sich automatisch, sobald er ans Tablet angedockt wird – und das Schreiben fühlt sich am Display fast wie auf echtem Papier an. Grund dafür ist der spezielle Bildschirm des Geräts.
Das 12-Zoll-OLED-Display löst mit 2.800 x 1.840 Pixeln auf und erreicht eine Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz. Dazu kommen 1.200 Nits Spitzenhelligkeit und eine 92-prozentige Screen-to-Body-Ratio. Beim Scrollen durch Webseiten und beim Wechsel zwischen Fenstern macht die hohe Bildwiederholrate einen sichtbaren Unterschied. Bewegungen wirken flüssiger, und gerade beim schnellen Wechsel zwischen mehreren Inhalten vermittelt das Gerät ein hohes Tempo. Huawei bietet zudem ein eigenes Gaming-Szenario rund 120 FPS. Das Highlight jedoch: Die PaperMatte-Oberfläche reduziert störende Reflexionen und gibt dem Stift ein anderes Gefühl als glattes Glas, ohne dabei die ausgezeichnete Schärfe und Farbdarstellung zu stören.
Das MatePad Air ist kein klassisches Gaming-Tablet. Trotzdem eignet sich das Gerät für Spiele. Die Kombination aus Kirin T93C, 144-Hz-Display und verbesserter passiver Kühlung schafft die meisten auch aktuellen Highend-Games. Manche laufen sogar mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde, bei anderen müssen die Einstellungen jedoch zurückgeschraubt werden. Für Gelegenheitsspieler ist das MatePad Air jedenfalls ausreichend schnell. Wer ein Tablet ausschließlich zum Spielen sucht, findet allerdings spezialisiertere Geräte. Bei der passiven Kühlung hat Huawei übrigens merklich zugelegt – auch bei längeren Spiel-Sitzungen wird das Gerät in der Hand zwar warm, aber nicht unangenehm heiß.
Im MatePad Air steckt ein Akku mit 10.100 Milliamperestunden (mAh). Dieser schafft bis zu 16 Stunden lokale HDR-Videowiedergabe oder rund 10 Stunden Online-Videowiedergabe. Bei hoher Helligkeit, 144 Hz, Spielen und ständig aktiver Internetverbindung steigt der Verbrauch, doch die große Akkukapazität macht sich trotzdem bemerkbar. Das MatePad Air ist nicht darauf angewiesen, ständig in Reichweite einer Steckdose zu sein. Für einen Arbeitstag mit wechselnden Aufgaben oder eine längere Flugreise ist die Kombination aus großer Batterie und effizienter Hardware sinnvoll. Mit bis zu 66 Watt ist eine vollständige Aufladung in rund 85 Minuten erledigt. Geladen wird über die USB-C-Buchse des Tablets.
Beim Sound verbaut Huawei sechs Lautsprecher. Dazu kommt ein spezielles Bass-Modul. Wer nach der Arbeit einen Film schaut oder ein Spiel startet, braucht nicht zwingend Kopfhörer, der Klang ist laut, klar und sogar etwas Bass gibt es. Die Kamera rückt bei einem Tablet-Test natürlich in den Hintergrund, soll aber erwähnt werden. Auf der Rückseite sitzt eine 50-MP-Kamera mit f/1.8 und Autofokus, die Frontkamera löst mit 12 MP auf. Beide nehmen Videos bis 1080p auf. Für Dokumente, Whiteboards oder schnelle Aufnahmen reicht das. Und die Rückkamera fällt für Tablet-Verhältnisse gar nicht mal schlecht aus. Landschaften, Personen und besondere Momente lichtet man trotzdem besser mit dem Smartphone ab.
Der größte Haken bleibt HarmonyOS. Wer bisher ausschließlich Android-Tablets verwendet hat, muss sich deshalb auf eine andere App-Situation einstellen. Google-Dienste sind (offiziell) nicht Bestandteil des Systems wie bei einem klassischen Android-Gerät, können aber teilweise durch Huawei-Lösungen dennoch genutzt werden. So selbstverständlich wie auf einem Android-Tablet sind sie aber nicht. Das kann je nach persönlicher Nutzung ein kleines oder ein großes Problem sein. Wer seine Arbeitsabläufe auf bestimmte Google-Anwendungen aufgebaut hat, sollte das vor dem Kauf prüfen. App-Alternativen wie WPS Office oder Huawei-Apps wie Notes, GoPaint und Browser funktionieren grundsätzlich mit etwas Eingewöhnung gut.
Das Huawei MatePad Air 2026 setzt auf eine Kombination aus geringem Gewicht, akzeptabler Leistung und einem großen 12-Zoll-OLED-Display mit Besonderheiten. Mit rund 509 Gramm und einer Dicke von 5,3 Millimetern bleibt das Tablet trotz seiner Größe leicht und transportierbar. Der Kirin T93C sorgt für genug Tempo bei Alltag, Office, Multitasking und anspruchsvolleren Anwendungen, ohne sich mit Flaggschiff-Tablets anzulegen oder auf intensive Aufgaben wie Videoschnitt ausgerichtet zu sein. Je nach Version stehen 8 oder 12 GB RAM und 256 GB interner Speicher zur Verfügung. Das Paket mit Eingabestift oder Tastaturcover gibt es um rund 800 Euro. Im Vergleich zur Konkurrenz kein Schnäppchen, aber auch nicht völlig übertrieben.
Besonders beim gleichzeitigen Arbeiten mit mehreren Apps spielt das MatePad Air seine Stärken aus. Das 2.800 x 1.840 Pixel große OLED-Display erreicht bis zu 144 Hz und sorgt dadurch für eine flüssige Darstellung beim Scrollen und Spielen. Die matte Ausführung ist zudem herrlich im Freien und beim Schreiben mit dem Stift. Der 10.100-mAh-Akku ermöglicht lange Laufzeiten und kann schnell geladen werden. Mit WPS Office, Huawei Notes, GoPaint und dem optionalen M-Pencil Pro eignet sich das MatePad Air besonders für mobiles Arbeiten und kreative Aufgaben. Die größte Einschränkung bleibt HarmonyOS mit seiner App-Landschaft, der man, wenn man nicht extrem an Google hängt, durchaus eine Chance geben kann.