Als die ersten Polizisten bei dem Wohnhaus in Drosa (Sachsen-Anhalt) eintrafen, bot sich ihnen ein erschütterndes Bild. Eine Mutter hatte ihre schwer verletzte vierjährige Tochter aus der Wohnung getragen. Blutspuren reichten bis vor das Gebäude.
Die Beamten begannen sofort mit der Wiederbelebung des Kindes. Wenig später trafen Rettungskräfte und ein Notarzt ein. Doch trotz aller Bemühungen konnte das Leben des Mädchens nicht gerettet werden. Gegen 17.30 Uhr stellte der Arzt den Tod fest.
Der Einsatz hinterließ auch bei den Helfern tiefe Spuren. Mitarbeiter eines Kriseninterventionsteams mussten sich laut "Bild" um mehrere Polizisten kümmern. Sie hatten große Schwierigkeiten, den Anblick des toten Kindes zu verarbeiten.
Auch die Mutter der Vierjährigen wurde nach der Tragödie betreut. Ein Seelsorger kümmerte sich um die 32-Jährige.
Zu der tödlichen Attacke war es zuvor im Wohnzimmer der Familie gekommen. Ein 30-jähriger Besucher soll den American Staffordshire Terrier "Abel" aus einer Gitterbox gelassen haben. Als die Vierjährige den Familienhund streichelte, biss das Tier zu und verbiss sich in ihrem Bauch.
Die Erwachsenen konnten Hund und Kind trotz aller Anstrengungen nicht voneinander trennen. Neben dem Mädchen befanden sich auch ihr elfjähriger Bruder und ein Neugeborenes in der Wohnung. Die beiden Kinder blieben körperlich unverletzt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Mutter und den Besucher wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Hund wurde in ein Tierheim gebracht. Sein Schicksal ist ungewiss.