Tierische Studie

Nur Zuhören! Hunde müssen uns gar nicht immer sehen

Hunde können neue Begriffe allein durchs Zuhören erlernen – eine Fähigkeit, die offenbar älter ist als die menschliche Sprache.
Heute Tierisch
09.01.2026, 07:17
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Die Fähigkeit, durch Zuhören die Namen von Gegenständen zu lernen, dürfte auf geistige Leistungen zurückgehen, die schon viel älter sind als die Sprache selbst. Das berichtet die Wiener Verhaltensforscherin Shany Dror gemeinsam mit ihrem Team im Fachmagazin "Science". Menschen hätten diese Fähigkeit "nur mehr" weiterentwickelt und verfeinert.

Die Forscherin arbeitet am Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Sie hat mit zehn Hunden gearbeitet, die schon in früheren Experimenten gezeigt haben, dass sie besonders gut im Spracherwerb sind. Die Hunde durften jeweils eineinhalb Minuten lang zuhören, wenn ihr Lieblingsmensch mit wem aus der Familie über ein neues Spielzeug, etwa einen Spielzeugvogel geredet und diesen dann dem Gesprächspartner weitergegeben hat. Danach wurde getestet, ob die Hunde den Namen des neuen Gegenstands verstanden haben.

Die Rassen in unserer Bildergalerie haben weitläufig ihren eigenen Kopf und würden vermutlich nicht so schnell lernen wollen:

"Bring den Vogel"

Die Hunde bekamen anschließend bekannte Gegenstände und das neue Spielzeug präsentiert. Zuerst sollten sie einen anderen, vertrauten Gegenstand bringen – das klappte meistens ohne Probleme. Danach kam die Anweisung: "Bring den Vogel." Die Hunde haben das in zwanzig Durchgängen jedes Mal richtig gemacht, obwohl sie den Namen vom neuen Spielzeug nur gehört hatten und nie direkt mit dem Gegenstand in Verbindung gebracht haben.

In einem weiteren Versuch haben die Besitzer vom Forschungsteam die Aufgabe bekommen, ihrem Hund ein neues Stofftier zu zeigen. Danach wurde das Stofftier in einen Kübel gegeben, sodass der Hund es nicht mehr sehen konnte. Erst dann sagten die Menschen zum Beispiel: "Das ist ein Stoffbär", während sie abwechselnd in den Kübel und zum Hund schauten.

Danach sollten sie fragen, ob der Hund mit dem Stoffbären spielen will. In etwa acht von zehn Fällen haben die Hunde die Bezeichnung richtig zugeordnet und das gewünschte Spielzeug gebracht. Laut den Forschenden zeigt das, dass sprachbegabte Hunde sich Namen von Gegenständen auch dann merken können, wenn sie beim ersten Mal das Wort hören, den Gegenstand aber gar nicht sehen.

Wie bei Kleinkindern?

"Das Zuhören und Lernen aus der verbalen Kommunikation von Menschen könnte Hunden (im Zusammenleben mit den Zweibeinern, Anm.) einen evolutionären Vorteil verschafft haben", vermuten die Forscher. Jetzt möchten sie herausfinden, ob das Wortlernen bei Hunden auf denselben geistigen Abläufen basiert wie bei etwa eineinhalbjährigen Kleinkindern.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.01.2026, 07:26, 09.01.2026, 07:17
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