Das Universitätsklinikum Hôpital de l’Enfant-Jésus in Quebec City, Kanada, steht im Zentrum eines Hygiene-Skandals. Rund 40 Patienten, die seit 2017 in der Klinik operiert wurden, könnten sich mit HIV- und Hepatitis-Viren infiziert haben.
Der Grund für die mögliche Kontamination: Ein spezieller chirurgischer Schraubendreher wurde vor den Eingriffen nur mangelhaft desinfiziert. Das Gerät lässt sich auseinandernehmen – doch das medizinische Personal reinigte es, ohne es vollständig zu zerlegen.
Wie bild.de berichtet, wurden die rund 40 betroffenen Patienten mittlerweile angeschrieben. Sie erhielten eine Überweisung zur Blutuntersuchung auf HIV und Hepatitis. Laut Kliniksprecher Jean-Thomas Grantham waren die Mitarbeiter nicht über das korrekte Desinfektionsverfahren informiert worden.
Eine betroffene Patientin, die 2024 operiert wurde, zeigt sich fassungslos. "Ich war völlig überrascht. Sie können sich das gar nicht vorstellen", sagt die über 60-Jährige. Sie muss nun zwei bis drei Wochen auf ihre Testergebnisse warten.
"Ich habe keine Symptome, aber ich mache mir trotzdem Sorgen", erklärt die Frau. Selbst wenn das Risiko statistisch gering sei, beunruhige sie das zutiefst.
Das Universitätsklinikum schätzt das Kontaminationsrisiko für die Patienten als "gering" ein und bezeichnet die Bluttests als "Vorsichtsmaßnahme". Das Spital hat 525 Betten und gehört zu den größeren Krankenhäusern in der kanadischen Provinz Quebec.