Einbruch und Vandalismus

Illegale Party eskaliert – Wiener Palais geplündert

Aufgebohrte Schlösser, geplünderte Salons und verschwundene Kunst: Eine illegale Party richtete in einem Wiener Palais schweren Schaden an.
Christoph Weichsler
07.01.2026, 07:30
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Die Tür stand offen, als hätte sie jemand vergessen zu schließen. Doch dahinter herrschte Chaos. Als Mitarbeiter am 2. Jänner ins Palais im 9. Bezirk kamen, um die Ausstellung abzubauen, machten sie die schockierende Entdeckung: In den Morgenstunden des 1. Jänner 2026 war in das historische Gebäude eingebrochen worden.

Spurensicherung im Einsatz

Unbekannte hatten ein Schloss aufgebohrt und sich so Zutritt zur Bel Etage des historischen Gebäudes in der Berggasse verschafft. Dort feierten sie eine offenbar geplante Silvesterparty – mitten in den Prunkräumen des Palais. Dabei durchstreiften die Täter offenbar stundenlang ungestört das gesamte Gebäude, öffneten Räume, demontierten Inventar und stahlen gezielt Möbelstücke sowie Kunstwerke.

Als die Verantwortlichen das Ausmaß erkannten, bot sich ein Bild der Verwüstung: leere Flaschen und Gläser, Graffitis an den Wänden, beschädigtes Inventar. Auf der Einfahrt stand ein großer historischer Spiegel, offenbar bereits zum Abtransport bereitgestellt. Die Polizei wurde sofort verständigt, die Spurensicherung rückte an.

Hoher Sachschaden, wertvolle Kunst verschwunden

Der angerichtete Schaden ist erheblich. Es wurden barocke Stühle, Hocker sowie Spiegel mit Goldrahmen gestohlen und beschädigt. Der finanzielle Schaden ist immens. Graffitis mit Hammer & Sichel an den Wänden lassen einen politischen Hintergrund vermuten.

Besonders brisant ist der Diebstahl eines Gemäldes von Kaiser Franz Joseph, gemalt 1858 und fixer Bestandteil des Palais. Nach dem historischen Kunstwerk wird inzwischen international gefahndet. Die Polizei führte eine umfassende Spurensicherung durch. An zahlreichen Flaschen und Gläsern wurden Fingerabdrücke gesichert, weitere Spuren dokumentiert. Ermittelt wird wegen Einbruchs, Sachbeschädigung und Diebstahls.

Polizei bestätigt Ermittlungen

Der Vorfall ist der Polizei bekannt, wie eine Sprecherin auf Anfrage von "Heute" bestätigt. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Einbruchsdiebstahls und der Sachbeschädigung wurden vom Landeskriminalamt Wien übernommen.

Palais mit bewegter Geschichte

Das Palais Festetics liegt in der Berggasse 16 in Wien-Alsergrund und wurde 1858 im Stil der Neu-Wiener Renaissance errichtet. Über eine repräsentative Säulenstiege gelangt man in die Bel Etage mit mehreren Neo-Rokoko-Prunkräumen, die dem Gebäude bis heute seinen besonderen Charakter verleihen.

Im Laufe der Jahrzehnte war das Palais Sitz des k.k. Österreichischen Handelsmuseums, der k.k. Export-Akademie sowie der Kammer der Gewerblichen Wirtschaft. In den vergangenen Jahren wurde das Gebäude kulturell zwischen genutzt.

Letzte Kunst, dann der Schock

Noch im Dezember wurde im Palais bei "Palais Privé – Musik & Kunst zur Weihnachtszeit" ein letztes Mal gefeiert. Es war als Abschied gedacht, denn fest stand: Zum Jahresende wurde das Palais geschlossen.

Dass der Einbruch genau in der Früh des nächsten Morgens passierte, macht den Fall besonders brisant. Statt eines würdigen Endes blieb nur Verwüstung. Die Ermittlungen dauern an.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 07.01.2026, 10:38, 07.01.2026, 07:30
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