Angriff bei Flydubai-Flug

"Im Cockpit war niemand" – Passagier schrie Crew an

Ein Augenzeuge schildert neue Details zum Flydubai-Vorfall. Demnach war das Cockpit zeitweise unbesetzt, während die Maschine massiv an Höhe verlor.
André Wilding
05.10.2026, 07:47
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Während die Flydubai-Maschine massiv an Höhe verlor, soll sich zeitweise kein Pilot am Steuer befunden haben. Das berichtet der israelische Geschäftsmann Tal, der die dramatischen Szenen an Bord miterlebt haben will.

"Im Cockpit war niemand", sagt der Augenzeuge. Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt und ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Unter den Passagieren entdeckte er schließlich zwei Piloten, die er nach vorne bringen wollte.

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"Ich musste sie schütteln"

Tal zufolge reagierten die beiden Männer zunächst nicht auf seine Aufforderung. Er habe sie angeschrien, damit sie sich ins Cockpit begeben. "Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war."

Einer der beiden Piloten sei schließlich nach vorne gegangen und habe die Kontrolle über die Maschine übernommen. Der zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.

Der Augenzeuge hatte sein eigenes Vorgehen zuvor in einer WhatsApp-Nachricht als "Kampfunterstützung" bezeichnet. Drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt. Tal selbst habe die Piloten nach vorne gebracht und bei der Suche nach etwas geholfen, womit der Mann gefesselt werden konnte. Dafür seien Ladekabel verwendet worden.

Kapitän schwer verletzt

Auf dem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv soll am Mittwoch der Co-Pilot den Kapitän angegriffen haben. Der schwer verletzte Pilot schaffte es nach eigenen Angaben, die Cockpittür zu öffnen. Passagiere überwältigten daraufhin den Angreifer.

Das Motiv und die Absichten des Co-Piloten sind weiterhin ungeklärt. Die israelische Regierung geht von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Ein israelischer Zahnarzt habe sich unterdessen um den schwer verletzten indischen Kapitän gekümmert.

Passagiere übernehmen Aufgaben

Nachdem der Angreifer überwältigt worden und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten Beteiligte die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt. Dabei hätten sie ihnen gesagt: "Von jetzt an führen wir den Flug."

Anschließend sei neben jedes Besatzungsmitglied ein Israeli gestellt worden. "Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten", sagte Tal.

Eine feste Organisation habe es dabei laut seiner Schilderung nicht gegeben. Es habe weder eine Befehlskette noch einen Plan gegeben. Stattdessen hätten die Menschen an Bord unterschiedliche Aufgaben übernommen.

Zwei unter den Passagieren befindliche Piloten übernahmen schließlich die Kontrolle über die Maschine und landeten den Flug.

wil,05.10.2026, 07:47