Sintflutartige Regenfälle haben Teile Spaniens unter Wasser gesetzt. Besonders schwer traf es Katalonien: In der Provinz Barcelona starben in der Nacht auf Sonntag zwei Menschen, eine weitere Person wird noch vermisst.
Bereits in der Nacht auf Samstag hatte das Unwetter ein erstes Todesopfer gefordert. Eine 102 Jahre alte Frau ertrank in Madrigueras in der Region Kastilien-La Mancha. Aufnahmen zeigten dort Straßen, die sich durch die Wassermassen in reißende Flüsse verwandelt hatten.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
In der Provinz Barcelona kamen in der Nacht auf Sonntag zwei weitere Menschen ums Leben. Ein Mann wurde von einer einstürzenden Mauer getötet. Ein anderer ertrank in der Tiefgarage seines Wohnhauses, berichtet die "tagesschau".
Eine Person gilt weiterhin als vermisst. Allein in der Innenstadt von Barcelona fielen am Samstag innerhalb von 24 Stunden 190 Liter Regen pro Quadratmeter.
Der spanische Wetterdienst hatte bereits am Freitag für weite Teile im Osten des Landes die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Für große Teile Kataloniens gilt die Warnung weiterhin.
Die Regionalregierung sagte deshalb seit Samstag zahlreiche Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Märkte unter freiem Himmel ab.
Besonders große Regenmengen gingen über Katalonien im Nordosten Spaniens nieder. Bilder aus L'Hospitalet de Llobregat nahe Barcelona zeigten überflutete Straßen und Menschen, die knietief durch das Wasser wateten.
Nach Angaben der Zeitung "Vanguardia" gingen bei der Feuerwehr in der Region in der Nacht auf Sonntag mehr als 1.000 Anrufe ein. Die Einsatzkräfte mussten vor allem wegen vollgelaufener Keller und anderer Räume sowie umgestürzter Bäume ausrücken.
Auch Autofahrer gerieten in Gefahr. Feuerwehrleute befreiten Menschen, die in ihren Fahrzeugen eingeschlossen waren.
Nicht nur Katalonien kämpft mit den Folgen des Unwetters. Auch aus dem Baskenland rund um Bilbao wurden Überschwemmungen und überflutete Straßen gemeldet.
In Teilen der Altstadt von Bilbao stand das Wasser laut dem staatlichen Sender RTVE knietief. Mancherorts kam der Verkehr vollständig zum Erliegen. Bereits in den Tagen zuvor hatten schwere Unwetter mehrere Regionen Spaniens getroffen.
Auslöser ist eine sogenannte DANA (Depresión Aislada en Niveles Altos). Das Wetterphänomen tritt an der spanischen Mittelmeerküste besonders im Herbst immer wieder auf.
Dabei trifft ein Höhentief vom Atlantik auf warme und feuchte Mittelmeerluft. Dadurch können enorme Regenmengen innerhalb kurzer Zeit entstehen.