Die norwegische Königsfamilie steckt in einer schweren Krise und dennoch zeigt das Kronprinzenpaar jetzt Unterstützung für Marius Borg Høiby (29). Während der Prozess gegen den 29-Jährigen noch läuft, besuchten ihn seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit (52), und Kronprinz Haakon (52) im Osloer Gefängnis.
Wie die Zeitschrift "Se og Hør" berichtet, fuhren die beiden am Donnerstagabend (5. Februar) gegen 19:30 Uhr mit einem dunklen BMW durch das Gefängnistor, um Marius in Untersuchungshaft zu sehen.
Für die norwegische Königsfamilie ist dieser Besuch eine Premiere: Noch nie zuvor hatte ein royales Mitglied aus privaten Gründen ein Gefängnis betreten. Laut "Se og Hør" dauerte der Besuch rund eine Stunde.
Kronprinz Haakon sprach am Freitag offen über seine Gefühle angesichts der Krise. Beim Besuch des Osloer Sámi-Kindergartens gestand er, dass die vergangenen Tage überfordernd gewesen seien: "Wenn so viel gleichzeitig los ist wie in letzter Zeit bei uns in der Familie, mache ich mir etwas Sorgen, dass wir unsere Prioritäten nicht in der richtigen Reihenfolge setzen. Für mich waren die letzten Tage vor allem die Betreuung unserer Familie und Freunde wichtig."
Mit Blick auf Marius ergänzte er: "Wir unterstützen Marius in der Situation, in der er sich befindet. Und wir passen auf die anderen Kinder auf." Auch um Kronprinzessin Mette-Marit wolle er sich kümmern – "und zum Glück kümmert sie sich auch um mich".
Während das Kronprinzenpaar versucht, Stärke zu zeigen, muss sich Marius Borg Høiby weiterhin vor Gericht behaupten. In seiner ersten Verhandlungswoche hatte der 29-Jährige bereits ausgesagt und über sein Privatleben sowie seinen Drogenkonsum gesprochen. Dabei brach er mehrfach in Tränen aus.
Laut der norwegischen Zeitung "Verdens Gang" ergänzte er: "Ich werde seit meinem dritten Lebensjahr von der Presse verfolgt, schikaniert und gequält. Dass sie nun in diesem Gerichtssaal sitzen müssen, finde ich absolut entsetzlich."
Høiby erklärte außerdem, dass er aufgrund seiner besonderen Lebenssituation früh ein "extremes Bedürfnis nach Anerkennung" entwickelt habe, was zu Alkoholmissbrauch, exzessiven Partys und unkontrolliertem Sexualverhalten geführt habe.
Der Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin umfasst insgesamt 38 Straftaten, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen, und soll sich über sieben Wochen erstrecken. Am 10. Februar wird Marius erneut vor Gericht aussagen.