Aktuelle Studie zeigt

Immer mehr Gewalt und Vandalismus in unseren Schulen

Brisant: Laut TALIS-Studie 2024 steigen Disziplinprobleme sowie Fälle von Gewalt und Mobbing an heimischen Schulen spürbar an.
Wien Heute
03.11.2025, 13:13
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die gute Nachricht zum Beginn: Fast alle Lehrerinnen und Lehrer in Österreich erleben ein grundsätzlich positives Schulklima. 96 Prozent sagen, dass das Verhältnis zwischen Lehrpersonal und Kindern gut ist.

Trotzdem zeigen die Ergebnisse der neuen OECD-Studie TALIS 2024 auch eine deutliche Zunahme von Vandalismus, Gewalt, Unterrichtsstörungen und Mobbing.

„Die Belastung der Lehrer durch störendes Verhalten ist massiv gestiegen“
OECD-Studie TALIS 2024

"Die Belastung der Lehrer durch störendes Verhalten ist massiv gestiegen – von 36 auf 50 Prozent", heißt es im Österreich-Bericht. Besonders Junglehrer mit weniger als fünf Jahren Erfahrung hätten laut OECD große Schwierigkeiten, in der Klasse für Disziplin zu sorgen. Die Autoren empfehlen deshalb eine gezieltere Unterstützung in der Ausbildung.

Regelmäßig Vandalismus oder Diebstähle an jeder 10. Schule

Laut den befragten Schulleitungen arbeiten neunProzent der Lehrerinnen und Lehrer an Schulen, an denen regelmäßig Vandalismus oder Diebstähle vorkommen. DreiProzent berichten von ständigen gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Schülern, und bei zwei Prozent ist der Konsum von Alkohol oder Drogen durch Jugendliche ein Dauerthema.

Damit hat sich die Lage an den sogenannten "Problem-Schulen" in den letzten sechs Jahren deutlich verschärft – und das trotz aller Präventionsmaßnahmen.

Zahlen & Vergleichswerte zur Situation in Österreichs Schulen:

➤Verhaltensauffällige Schüler (Mittelschule):

2024: 18 Prozent der Lehrer berichten, dass über 30 Prozent der Schüler auffällig sind

2018: 14 Prozent

➤Verhaltensauffällige Schüler (AHS):

2024: 6 Prozent

2018: 3 Prozent

➤Häufige Störungen im Unterricht:

2024: 29 Prozent der Lehrer sehen das als häufiges Problem

2018: 22 Prozent

➤Lehrer durch Disziplinprobleme belastet:

Besonders betroffen: Lehrer mit max. 5 Jahren Berufserfahrung

➤Wöchentliche Mobbingfälle laut Schulleitungen:

2024: 21 Prozent der Lehrer arbeiten an betroffenen Schulen

➤Cybermobbing:

Rund 20 Prozent der Schüler werden über längere Zeit im Internet schikaniert

➤Mehr Problemstandorte laut Direktionen:

Vandalismus/Diebstahl regelmäßig: 9 Prozent der Schulen (2024)

Gewalt unter Schülern: 3 Prozent (2024)

Drogen- oder Alkoholkonsum von Schülern: 2 Prozent (2024)

➤Lehrkräfte bestätigen gutes Klima:

96 Prozent sagen, das Verhältnis zu Schülern ist gut

90 Prozent geben an, dass sich Kinder bei Problemen an das Lehrpersonal wenden

"Wir brauchen gezielte Unterstützung für Lehrkräfte – besonders für jene, die neu im Beruf sind", lautet eine zentrale Empfehlung der Studienautoren.

Mobbing als soziales Problem

Besonders betroffen von Mobbing sind laut Studie Schulen mit vielen Kindern aus finanziell benachteiligten Familien oder mit geringen Deutschkenntnissen. 39 Prozent der Lehrer gaben  an, dass es an ihrem Standort ein Problem damit gibt. Internationale Vergleiche zeigen: Während etwa Südkorea und Kasachstan kaum Mobbing melden, sind Länder wie Belgien, Malta und Finnland stärker betroffen als Österreich.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.11.2025, 15:58, 03.11.2025, 13:13
Jetzt E-Paper lesen