In Wien wird immer öfter geschwänzt. Die Zahl der Schulpflichtverletzungen steigt rasant. Was einige nicht wissen: Seit 2018 gilt das Fernbleiben vom Unterricht als Verwaltungsübertretung. Wer ohne Entschuldigung mehr als drei Schultage fehlt, muss angezeigt werden.
Im Schuljahr 2024/25 gab es mehr als 6.000 Anzeigen, ein Plus von 27 Prozent. Zuständig ist die Bezirksverwaltungsbehörde. Dort drohen Geldstrafen zwischen 110 und 440 Euro. Wer nicht zahlt, kann sogar Ersatzfreiheitsstrafen von bis zu zwei Wochen bekommen.
Ebenso drastisch: Es gab 2024/25 nicht nur mehr Anzeigen, es wurden auch ganze 47 Prozent mehr Geldstrafen verhängt als im Vorjahr. Die Wiener Volkspartei warnt indes vor einem alarmierenden Trend.
"In einigen Teilen von Wien fragt man sich am Vormittag, ob manche Jugendlichen nicht in die Schule gehen müssen", sagt Harald Zierfuß, Klubobmann der Wiener ÖVP. Immer mehr Schüler fehlen so oft, dass sie angezeigt werden müssen.
Laut Zierfuß handelt es sich dabei meist um extreme Fälle, die angezeigt werden. Das wahre Ausmaß an Fehlzeiten sei in den Schulen aber noch viel größer. Das Bild sei, so Zierfuß, schlicht desaströs.
Die ÖVP warnt vor schweren Folgen. "Die Konsequenz davon sehen wir untertags im Stadtbild und langfristig bei immer mehr jungen Männern beim AMS", sagt Zierfuß.
Übrigens: Schwänzen soll bald noch viel teurer kommen: Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht derzeit höhere Strafen vor. Ab 1. September 2026 sollen die Geldstrafen zwischen 150 und 1.000 Euro liegen. Der Entwurf ist noch bis 31. Oktober 2025 in Begutachtung. "Wir erwarten uns, dass die geplanten Verschärfungen und die Suspendierungsbegleitung in Wien rasch und professionell umgesetzt werden", so Zierfuß.