Das historische Kehlsteinhaus in den Berchtesgadener Alpen ist nach einem verheerenden Brand völlig zerstört. Rund 200 Einsatzkräfte kämpften in der Nacht auf Samstag gegen die Flammen. Doch damit war der Einsatz noch nicht vorbei: In der Nacht auf Sonntag musste die Feuerwehr erneut ausrücken.
Wie die Polizei mitteilte, schlugen plötzlich wieder meterhohe Flammen aus der Ruine. Es habe "nochmal zimmerhoch gebrannt", hieß es. Offenbar hatten sich Glutnester erneut entzündet.
Die Einsatzkräfte konnten den neuerlichen Brand rasch löschen. Die Arbeiten sind vorerst abgeschlossen. Laut Polizei ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass weitere kleinere Löscheinsätze notwendig werden.
Der Schaden ist bereits enorm: Das historische Gebäude auf mehr als 1.800 Metern Seehöhe wurde vollständig zerstört. Nach ersten Schätzungen geht der Sachschaden in die Millionen.
Unterdessen verdichten sich die Hinweise auf Brandstiftung. Bereits am Samstag nahm die Polizei einen 33-jährigen Deutschen fest. Der Mann steht unter dringendem Verdacht, das Feuer gelegt zu haben.
Ein psychiatrisches Kurzgutachten stellte bei dem Beschuldigten eine psychische Erkrankung fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete ein Ermittlungsrichter deshalb seine vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der 33-Jährige wurde in eine geschlossene Einrichtung gebracht.
Die Kripo ermittelt weiter zu den Hintergründen und zum möglichen Motiv der Tat.
Das Kehlsteinhaus wurde in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten errichtet und gehörte zum historischen Komplex am Obersalzberg, den auch Adolf Hitler nutzte. Zuletzt war das Gebäude ein beliebtes Ausflugsziel mit Berggaststätte.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte bereits am Samstag an, dass das Kehlsteinhaus wieder aufgebaut werden soll. Wegen der belasteten Geschichte des Gebäudes sollen auch Historiker in die Planungen eingebunden werden. Wann der Wiederaufbau beginnen kann und wie viel er kosten wird, ist derzeit noch offen.