Die Inflation in Deutschland steigt weiter. Im April lag die Teuerungsrate bei 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das ist der höchste Wert seit Anfang 2024. Im März lag sie noch bei 2,7 Prozent, im Februar sogar nur bei 1,9 Prozent.
Der Hauptgrund: der andauernde Iran-Krieg mit der Sperrung der Straße von Hormus. Durch diese wichtige Meerenge, über die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, fließt derzeit kein Öl. Das sorgt für eine Verknappung und treibt die Weltmarktpreise nach oben.
Wie NTV unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet, sind die Energiepreise im April um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Besonders hart trifft es Autofahrer: In Nordrhein-Westfalen etwa kostet Diesel 36,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, Benzin 18,8 Prozent.
Für etwas Entlastung soll ein "Tankrabatt" sorgen: Vom 1. Mai bis zum 30. Juni werden die Steuern auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. Die Mineralölwirtschaft hat versprochen, dies an die Autofahrer weiterzugeben - doch viele Experten bezweifeln das.
Auch die Haushaltskosten steigen: Heizöl verteuerte sich um 27,3 Prozent, Fernwärme um 2,0 Prozent. Nahrungsmittel stiegen mit 1,2 Prozent vergleichsweise moderat an.
Die hohen Preise treffen viele Menschen hart. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv haben sich 58 Prozent der Befragten zuletzt im Alltag eingeschränkt. Besonders betroffen sind Jüngere unter 30 Jahren und Menschen mit geringerem Einkommen.
Volkswirte warnen: Die Inflation könnte noch weiter steigen, weil teure Energie auch Produktions- und Transportkosten verteuert. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine durchschnittliche Teuerung von 2,8 Prozent.