Erleichterung pur vor dem Gericht in Mailand: Als das Urteil verkündet wurde, zeigte sich Chiara Ferragni sichtlich bewegt. Ihr erster Satz danach: "Wir sind alle gerührt, ich danke meinen Followern." Allein auf Instagram folgen der Unternehmerin rund 28 Millionen Menschen. Ihr Einfluss ist enorm.
Dabei sah es zwischenzeitlich düster aus. Der Staatsanwalt hatte noch eine Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen schweren Betrugs gefordert. Doch das Gericht stellte das Verfahren gegen alle drei Angeklagten ein: Ferragni, ihren Ex-Manager und einen beteiligten Unternehmer. Die detaillierte Begründung für den Freispruch soll aber erst in 90 Tagen folgen.
Ferragni gilt als Prototyp der modernen Influencerin. 2013 startete sie mit einem Modeblog, daraus entstand ein Imperium: Heute ist ihre Lifestyle-Marke laut Schätzungen rund 40 Millionen Euro wert. Kooperationen mit Luxuslabels, ein eigenes Team, globale Präsenz – Chiara wurde zur Marke.
Auch privat stand sie jahrelang im Rampenlicht: Mit Rapper Fedez (36) bildete sie Italiens Glamour-Traumpaar. Zwei Kinder, Reality-Einblicke in den Alltag, Millionen Fans. 2024 folgte die Trennung.
Seit Ende 2022 bröckelte Ferragnis Image. Der Vorwurf: Bei einer Werbeaktion für Pandoro-Weihnachtskuchen und Ostereier soll der Eindruck entstanden sein, der Erlös gehe an krebskranke Kinder. Laut Ermittlungen war jedoch fix vereinbart, dass nur 50.000 Euro an eine Kinderklinik fließen, während Ferragni für das Branding angeblich 1 Million Euro kassierte. Viele Fans fühlten sich getäuscht.
Ferragni wies die Vorwürfe stets zurück, nannte sie "zutiefst ungerecht". 2023 spendete sie dennoch eine Million Euro an die betroffene Klinik. Die italienische Kartellbehörde verhängte im Dezember 2023 trotzdem eine Geldstrafe von über einer Million Euro. Seit September 2025 lief der Prozess – nun mit einem für sie überraschend positiven Ausgang.
Für Chiara Ferragni bedeutet das Urteil vor allem eines: juristisch entlastet und die Chance auf ein Comeback ihres Images.