Inzidenz über 7.000 – hier eskaliert die Corona-Lage

In Flachau herrscht bei den Teststationen wieder Hochbetrieb (Archivbild).
In Flachau herrscht bei den Teststationen wieder Hochbetrieb (Archivbild).Franz Neumayr / picturedesk.com
Im Bundesland Salzburg erreichte man bereits am Mittwoch den Höchstwert der vergangenen vierten Welle. Mancherorts ist die Inzidenz kaum zu glauben.

"Prognosen treten ein", zeigt man sich im Salzburger Land zähneknirschend. Durch die ansteckendere Omikron-Variante wurden von Dienstag auf Mittwoch 1.587 Neuinfektionen vermeldet – das entspricht schon jetzt dem Höhepunkt der bisher dramatischsten Welle im Herbst. Noch sei die Lage in den Spitälern aber stabil, diese trifft ein Steigen der Zahlen aber typischerweise erst mit rund zwei Wochen Verzögerung.

Im Bundesland gibt es aktuell 4.550 aktiv infizierte Personen, die Reproduktionszahl ist auf 1,4 (heißt zehn Infizierte stecken 14 weitere an) gestiegen. Sprunghaft angestiegen ist auch die Inzidenz, bei einem Bundesschnitt von 375 liegt sie in Salzburg bei knapp 700. Eine "sehr starke Beschleunigung des Infektionsgeschehens", fasst Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, die Corona-Lage zusammen.

Je höher die Impfrate, desto niedriger die Inzidenz

Laut Filipp trifft es wieder hauptsächlich die jungen Erwachsenen. Die 7-Tage-Inzidenz bei den 15- bis 24-Jährigen ist mit 2.150 am höchsten. Bei den über 65-Jährigen beträgt sie nur 120. "Nach wie vor korrelieren hier Impfrate und Neuinfektionen. Je höher die Impfrate, desto niedriger die Inzidenz."

Unterdurchschnittlich ist die Impfrate unter anderem in der Gemeinde Flachau (Pongau) mit etwas unter 65 Prozent. Wie schon in den Frühjahren 2020 und 2021 verbreitet sich das Virus aktuell vor allem in Wintersportorten. So ist Inzidenz-Spitzenreiter bei den Bezirken aktuell Kitzbühel, in Tirol gibt es darüber hinaus Skilehrer-Cluster mit hunderten Infizierten. Fast 1.500 Niederländer, die vergangene Woche in Österreich urlaubten, brachten das Virus mit nach Hause.

Bei den Neuinfektionen in Salzburg zeigt sich eine regelrechte Omikron-Wand.
Bei den Neuinfektionen in Salzburg zeigt sich eine regelrechte Omikron-Wand.Land Salzburg

Ohne Symptome keine Quarantäne

Aber zurück nach Flachau. Mittwochfrüh liegt die Inzidenz hier bei 7.627. Am 11. Jänner sollte dort eigentlich der Nacht-Slalom der Damen stattfinden. Noch am Mittwoch will der Bürgermeister, der auch Chef des Organisationskomitees des Rennens ist, darüber entscheiden.

Gegenüber "salzburg.orf.at" versucht er sich um Schadenbegrenzung. Die explodierende Inzidenz ergebe sich aufgrund der vielen Urlauber im Ort, die Inzidenz steht aber in Relation zu gemeldeten Hauptwohnsitzen. "Wir haben gut 3.000 Einwohner, derzeit halten sich mit Gästen und Bediensteten aber 15.000 bis 16.000 Menschen im Ort auf. Wir sind im Moment eine Kleinstadt", so Thomas Oberreiter (ÖVP). Zur Prävention hat man im Ort selbst ein eigenes Testcenter. 

Die Infizierten bestehen aktuell zu 60 Prozent aus Tourismusmitarbeitern. Mehrere Gasthäuser mussten schon schließen, Ski-Schulen laufen auf Notbetrieb ohne Gruppenunterricht, weil derart viele Lehrer infiziert sind. "Es wäre darum wichtig, die Quarantänezeit zu verkürzen oder – wenn keine Symptome auftreten – ganz zu streichen", so Oberreiter.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account leo Time| Akt:
CoronavirusCorona-ImpfungCorona-MutationCoronatestOmikronSalzburg

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen