Iran erklärt: Darum mussten 176 Flugreisende sterben

Afghanische Grenzwächter tragen ein Todesopfer der abgeschossenen Passagierfliegers PS752 (17. Jänner 2020)
Afghanische Grenzwächter tragen ein Todesopfer der abgeschossenen Passagierfliegers PS752 (17. Jänner 2020)picturedesk.com/AFP/Hoshang Hashimi
Anfang Jänner wurde über dem Iran eine ukrainische Boeing abgeschossen. 176 Menschen starben. Nun liegt ein Bericht zum Unglück vor.

Nach einem Bericht der iranischen Zivilluftfahrt-Organisation (CAO) hat ein menschlicher Fehler bei der Ausrichtung des Radarsystems zu dem versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs (PS752) im Jänner geführt. "Ein Soldat hatte vergessen, das Radarsystem nach dem Wechsel in eine neue Position neu zu justieren, infolgedessen sind die Daten des Radars falsch interpretiert worden", erklärte ein Bericht auf der offiziellen CAO-Internetseite am späten Samstag.

Die Raketen seien daher "nicht richtig neu ausgerichtet" gewesen und als Folge sei die Passagiermaschine der Ukraine International Airlines vom System als Angriff auf Teheran gewertet worden. Dem Betreiber des Luftverteidigungssystems "fehlte das Bewusstsein für die den Positionswechsel der Luftverteidigungseinheit" und er habe die beiden Raketen ohne Genehmigung der Kommandozentrale abgefeuert, so der Bericht weiter.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Irans Revolutionsgarden schossen eine Boeing 737-800 mit 176 Menschen an Board am 8. Januar mit einer Boden-Luft-Rakete kurz nach dem Start von Flughafen in Teheran ab. Die Regierung in Teheran räumte später einen "desaströsen Fehler" der Streitkräfte ein. Der Abschuss ereignete sich in einer Zeit hoher Spannung zwischen dem Iran und die Vereinigten Staaten. Der Iran war in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem sie mit einem Vergeltungsschlag auf US-Stützpunkte auf die gezielte Tötung des mächtigen iranischen Generals Kassem Soleimani am 3. Januar reagiert hatten.

Knapp zwei Stunden vor dem ukrainischen Passagier-Jet war auch eine Maschine der Austrian Airlines in Teheran gestartet – auf der selben Route wie Todesflug PS752. Der Passagierjet mit Ziel Wien war eines von neun Flugzeugen, die am Mittwoch noch vor der ukrainischen Maschine abhoben, die später vom Militär abgeschossen wurde. 

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