Kontrolliert Straße von Hormus

Iranische "Moskitoflotte" wird für Trump zum Problem

Mit einer Flotte aus hunderten Schnellbooten manövriert der Iran die US-Marine aus und macht Druck auf die Straße von Hormus.
Newsdesk Heute
24.04.2026, 15:19
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"Die iranische Marine liegt auf dem Meeresgrund, völlig vernichtet – 158 Schiffe", hatte US-Präsident Donald Trump erst am 13. April geprahlt. Nachsatz: "Was wir nicht getroffen haben, sind ihre wenigen sogenannten 'Schnellangriffsschiffe', da wir sie nicht als nennenswerte Bedrohung angesehen haben" – eine folgenschwere Fehleinschätzung.

Die iranische Revolutionsgarde hat mit genau diesen kleinen Booten am Mittwoch große Containerschiffe angegriffen, als diese die Straße von Hormus – angeblich ohne Genehmigung Teherans – passieren wollten. Zwei der gekaperten Handelsschiffe wurden gezwungen, iranische Häfen anzusteuern.

Der Iran zeigt damit deutlich, welche Macht er alleine mit wendigen Schnellbooten, die Drohnen und Raketen abfeuern sowie Seeminen auslegen können, über die Lebensader der fossilen Weltwirtschaft ausüben kann.

"Moskitoflotte"

Die Revolutionsgarden setzen eine Art "Moskitoflotte" anstelle von klassischen Kriegsschiffen ein, bestätigt Saeid Golkar, Politikwissenschaftler an der Universität von Tennessee in Chattanooga, gegenüber "El País". Der Experte beschreibt, wie diese Schiffe "in Schwärmen operieren und sich mit hoher Geschwindigkeit aus verschiedenen Richtungen nähern." In einem engen Seegebiet wie der Straße von Hormus setzte das sogar die mächtige US Navy "erheblich" unter Druck.

Die Schnellboote der Revolutionsgarde sind somit die maritime Speerspitze des seit Jahren von der iranischen Führung vorangetriebenen Prinzips asymmetrischer Kriegsführung. Diese zielt darauf ab, einem konventionell überlegenen Feind entgegenzutreten. Es handelt sich laut Saeid Golkar um "eine Form des maritimen Guerillakriegs", die Nadelstiche setzt, um die wirtschaftlichen und politischen Kosten von US-Operationen in die Höhe zu treiben.

Die Boote sind 14 bis 17 Meter lang und bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser. Sie sind per Radar nur schwer zu orten und noch schwerer zu treffen. Und: Raketen auf sie abzufeuern, kommt die Amerikaner teurer als es die Iraner kostet, diese zu ersetzen – trotz verlorener Menschenleben.

In großer Zahl könnten sie sogar die Verteidigungsfähigkeiten der US-Kriegsschiffe überlasten. Die Nachrichtenagentur Reuters zieht einen dramatischen Vergleich: "Ein Bienenstich ist lästig; ein Stich eines ganzen Schwarms kann tödlich sein."

Wie groß dieser Schwarm ist, vermag niemand genau zu sagen. Es könnten bis zu 1.500 Stück sein, hieß es zuletzt aus dem US-Generalstab. Diese lassen sich entlang der über 1.700 Kilometer langen Küste leicht verbergen – es könnte ganze unterirdische Stützpunkt für sie geben. Im März kursierte auf X ein Video, das angeblich im Jänner 2025 vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde und geheime Gänge voller Schnellboote zeigt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 24.04.2026, 15:28, 24.04.2026, 15:19
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