Im Konflikt um mutmaßlich gelegte Seeminen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus verschärft US-Präsident Donald Trump seinen Ton deutlich. Auf seiner Plattform Truth Social ordnete er an, dass die US-Marine Schiffe, die Minen in der Meerenge ausbringen, "ohne zu Zögern beschießen und versenken" solle.
Gleichzeitig kündigte er an, dass Minensuchboote die lebenswichtige Route für den Welthandel noch intensiver von möglichen Sprengkörpern räumen würden.
Noch vor wenigen Tagen hatte Trump erklärt, die angeblich ausgebrachten iranischen Seeminen seien bereits geborgen oder würden entfernt – nun folgt die nächste Eskalationsstufe.
Hintergrund der Spannungen sind Berichte über mehrere Dutzend Minen, die der Iran vor rund einem Monat südlich seiner Hoheitsgewässer platziert haben soll. Offiziell bestätigt wurde das von Teheran nicht.
Experten warnen zudem vor massiver Unsicherheit über die tatsächliche Lage. Der Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom King's College London sagte gegenüber Al Jazeera: "Weder die Iraner noch die USA – und auch sonst niemand – weiß derzeit genau, wo sich diese Minen befinden."
Dennoch setzen Schiffe mit mutmaßlichen Verbindungen zum Iran ihre Fahrten durch die strategisch wichtige Meerenge offenbar fort.
Wie der Datenanbieter Vortexa berichtet, sollen zwischen dem 13. und 21. April insgesamt 34 sanktionierte Tanker oder Schiffe mit Iran-Bezug das Gebiet der Blockade durchfahren haben.
Auch andere Auswertungen zeichnen ein ähnliches Bild: Nach Einschätzung von Lloyd's List Intelligence passierten bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Sperrzone.
Diese Flotte umfasst Tanker, deren Eigentumsverhältnisse oft intransparent sind oder die unter Sanktionen stehen.
Der maritime Softwareanbieter AXSMarine kommt zudem zu dem Ergebnis, dass ein Großteil des Verkehrs weiterhin auf genau diese Schiffe entfällt – trotz politischer Spannungen und verschärfter Maßnahmen.