Trotz der Waffenruhe im Iran ist kein Ende der Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormuz in Sicht. Wie US-Beamte gegenüber der "New York Times" erklärten, steht der Iran vor einem massiven Problem: Das Regime kann die von ihm selbst verlegten Minen offenbar weder genau lokalisieren noch sicher entfernen.
Bereits im März hatte Teheran die Meerenge nach US-israelischen Angriffen vermint. Seither ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt – nur wenige Frachter dürfen passieren, meist gegen Bezahlung. Zusätzlich bleibt die Lage durch Drohnen- und Raketenangriffe angespannt. Die Folge: steigende Energiepreise, die weltweit – auch in den USA – spürbar sind.
Besonders brisant: Viele der Minen dürften nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort liegen. Laut US-Informationen wurden sie teils wahllos ausgelegt. Zwar existieren Aufzeichnungen über einzelne Positionen, doch durch Strömungen könnten Minen abgetrieben oder verschoben worden sein.
Das macht die Räumung extrem schwierig – zumal das Entfernen von Seeminen deutlich komplexer ist als deren Verlegung.
Zusätzlich erschwert die Art der Verminung die Lage: Die Minen wurden mit kleinen Booten ausgelegt, die kaum zu verfolgen waren. Deshalb ist bis heute unklar, wie viele Sprengkörper sich tatsächlich in der Meerenge befinden – und wo genau.
Auch das US-Militär stößt an Grenzen. Für eine Räumung wären spezialisierte Küstenkampfschiffe nötig. Unterstützung durch NATO-Verbündete gilt als wahrscheinlich.
US-Präsident Donald Trump stellte klar, dass eine "vollständige, sofortige und sichere Öffnung" der Straße von Hormuz Bedingung für die jüngst vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe sei. Irans Außenminister Abbas Araghchi zeigte sich zwar grundsätzlich offen, verwies aber auf "technische Einschränkungen".
Angesichts der aktuellen Lage erscheint eine rasche Freigabe jedoch unrealistisch.
Die Zukunft der Wasserstraße dürfte auch bei den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran eine zentrale Rolle spielen. In Pakistans Hauptstadt Islamabad treffen aktuell Delegationen beider Länder aufeinander.
Teheran fordert dabei unter anderem ein Kontroll- und Mautsystem für die Passage. Washington lehnt Gebühren strikt ab und pocht auf freie Durchfahrt. Zusätzlich sorgen das iranische Atomprogramm, Raketenentwicklungen sowie geforderte Reparationszahlungen für Streit.