Langer Kittel, Gehstock und ein ausgefallener Irokesen-Haarschnitt. Ein ehemaliger Maler und Lebenskünstler fällt nicht nur mit ausgefallenem Kleidungsstil in seinem Simmeringer Gemeindebau auf, sondern soll mit aggressivem Verhalten auch die Nachbarschaft in Angst versetzen. Nun landet ein arger Ausraster des 56-Jährigen sogar vor Gericht.
Denn Mitte Mai soll der exzentrische Wiener einen fleißigen Gebäudereiniger von Wiener Wohnen – scheinbar ohne Grund – übel angegangen sein. "I reiß dir den Schädel ab", brüllte er laut Strafantrag den überrumpelten Serben an und soll ihm damit gefährlich gedroht haben. Außerdem warf sich der Künstler während der Konfrontation plötzlich zu Boden und stellte sich bewusstlos, um einen körperlichen Angriff vorzutäuschen. Er wollte so offenbar ein Opfer spielen, nun besteht auch Verleumdungsverdacht.
"Ja, er hat wohl verschiedene Kraftausdrücke verwendet", räumte sein Erwachsenenvertreter Raimund Schüller im Gespräch mit "Heute" ein, der ihm auch bei einer Räumungsklage beisteht. Sein spezieller Mandant soll in seinem Wohnhaus selbst Opfer von Mobbing, Gewalt und Übergriffen sein und von Nachbarn offen angefeindet werden – es droht die Delogierung.
Zwei Polizisten waren am Wiener Landl ebenfalls als Zeugen geladen: Sie sind mit der "bekannten Figur" bereits seit Längerem betraut, waren auch beim Einsatz vor Ort und klopften an die Türe. Weil der statt der Beamten Einbrecher vermutete, rief er den Notruf – das Chaos war perfekt. Eine Auflösung gab es aber noch nicht, aus gesundheitlichen Gründen fehlte der Erst-Fuchs-Fan am Montag beim Prozess – vertagt auf unbestimmte Zeit. Die Unschuldsvermutung gilt.