Der getötete IS-Fanatiker Berkan C. (20) sorgt international für Schlagzeilen. Der radikale Austro-Türke aus Wien-Favoriten wurde am 3. September bei einem Polizeieinsatz am Busbahnhof Sultanbeyli in Istanbul erschossen – wir berichteten. Für seine frühere Verteidigerin, Star-Anwältin Astrid Wagner, ist die Causa ein besonders "tragischer Fall".
Wegen seiner rasenden Radikalisierung war der 20-Jährige in Wien bereits seit 2025 im Visier der Behörden. Damals sei der junge Mechatroniker fest entschlossen gewesen, "in den Dschihad zu ziehen", erinnert sich Astrid Wagner in "Heute". Die Ausbildung zum Mechatroniker hatte der "introvertierte Bursche" nach einem Streit mit seinem Chef abgebrochen – seine Wohnung wollte er weitergeben, sein Auto verkaufen.
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Schließlich kaufte er Flugtickets von Wien nach Istanbul und noch am selben Tag nach Kairo. Sein Ziel: Sich dem IS-Sinai anschließen. Doch aus dem Plan wurde nichts. Denn die Eltern – laut Wagner "westlich orientierte" Türken – schlugen rechtzeitig bei der Polizei Alarm. Sie waren über den radikalen Sohn so in Sorge, dass sie zur Polizei gingen – bereits am nächsten Tag klickten die Handschellen.
Bei einer Hausdurchsuchung fand man auf dem Nachtkästchen einen Gürtel mit eingearbeiteter Messerklinge. Im Kofferraum seines Autos lagen eine Schreckschusspistole samt Munition und ein (illegaler) Teleskop-Schlagstock. In der Haft soll der junge Mann immer wieder seinen Kopf gegen die Betonwand seiner Zelle geschlagen haben, wurde in Einzelhaft gesteckt.
Allerdings kam Berkan C. – auch dank der guten Verteidigung – aus der U-Haft wieder raus unter strengen Auflagen. Diese brach er jedoch allesamt – mehr dazu hier. Weder dem Deradikalisierungsverein DERAD, noch der Männerberatung oder Bewährungshelfern gelang es, Zugriff auf den jungen Mann zu erhalten.
Im März 2026 marschierte Berkan C. mit kurzgeschorenen Haaren, langem Bart und hochgekrämpelten Hosen – quasi in vollem Terroristen-Outfit – in ein Wiener Waffengeschäft. "Er wollte eine Pistole kaufen", weiß seine Anwältin. Der Waffenhändler rief natürlich sofort die Polizei, die den jungen Mann erneut in Haft steckte.
Im Mai 2026 musste sich Berkan schließlich in Wien vor Gericht verantworten. Dort wurde er wegen terroristischer Vereinigung zu 24 Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Weil ihm die bereits verbrachte Untersuchungshaft auf den unbedingten Teil der Haft angerechnet wurde, konnte er das Gefängnis jedoch sofort verlassen. Auch da gelobte er Besserung und täuschte die Deradikalisierungs-Verantwortliche und Behörden ein letztes Mal.
Nur wenige Wochen später reiste er in die Türkei. Dort endete sein Weg am 3. September durch Polizeikugeln. Türkische Sicherheitskräfte töteten den 20-Jährigen beim Versuch ihn festzunehmen beim Busbahnhof. Auch ein unschuldiger Passant verlor das Leben.