Seit Wochen ist rund um die deutsche und russische Botschaft in Wien-Landstraße ein ungewöhnliches Geräusch zu hören. Das anhaltende Surren sorgt mittlerweile sogar für eine offizielle Beschwerde: Die deutsche Botschaft wandte sich wegen der Lärmbelästigung an den Magistrat.
Besonders deutlich ist das Geräusch in der Reisnerstraße zwischen den beiden Botschaften wahrnehmbar. Es weist eine auffällige Komponente bei rund 790 Hertz auf und ist auch in der weiteren Umgebung zu hören.
"Es gibt eine Geräuschentwicklung in der Reisnerstraße und das ist störend", bestätigte Ende vergangener Woche eine Sprecherin der deutschen Botschaft gegenüber der APA. Für sie klingt das Surren nach einem Generator, möglicherweise stecke ein größerer Stromverbrauch dahinter. Ein Sicherheitsrisiko wollte sie daraus aber nicht ableiten: "So weit würde ich jetzt nicht gehen."
Ganz anders stellt sich die Situation für die russische Botschaft dar. Dort will man von dem störenden Geräusch nichts bemerkt haben. "Wir können bestätigen, dass wir keinerlei Lärm empfinden und keine Beschwerden von der Nachbarschaft dazu bekommen haben", teilte das Botschaftsteam am Montag schriftlich mit.
Auch Geräte, die einen Lärm mit der genannten Frequenz erzeugen könnten, gebe es auf dem Botschaftsgelände demnach nicht. Als mögliche Erklärung verwies die Vertretung auf Bauarbeiten in der Umgebung.
Das Surren war laut APA allerdings auch wenige Stunden nach dieser Stellungnahme weiterhin unverändert zu hören. Anrainer vermuteten zuletzt ohne Belege, dass der Ursprung auf dem Gelände der russischen Botschaft liegen könnte. Auffällig ist, dass das Geräusch vor einem Botschaftsgebäude mit einer ungewöhnlichen Dachkonstruktion besonders laut wahrnehmbar ist. Unter dieser Konstruktion sollte vor einigen Jahren etwas verdeckt und versteckt werden.
Zumindest ein früherer Lärmfall auf der Liegenschaft ist dokumentiert. Bereits 2013 beschäftigte das Gebäude die Wiener Baupolizei. "Da war ein Klimagerät wohl sehr laut", erklärte eine Sprecherin der Behörde auf APA-Anfrage.