Wie das Exilmedium "Iran International" berichtet, könnte Wien zum Schauplatz neuer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran werden.
Ausgangspunkt ist ein Treffen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) mit ihrem Amtskollegen Marco Rubio in Washington am 11. August. Bei dem Treffen war auch der Iran Thema, wie das US-Außenministerium später bestätigte.
Noch am selben Tag erklärte Meinl-Reisinger: "Wien steht bereit, wenn es wieder an den Verhandlungstisch geht." Der Besuch diente laut der Außenministerin auch der Vorbereitung auf Österreichs Sitz im UNO-Sicherheitsrat ab 2027.
Zwei Tage später, am 13. August, telefonierte Meinl-Reisinger mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi. Dabei drängte sie auf eine diplomatische Lösung und eine neue Vereinbarung in der Nuklearfrage unter vollständiger Einbindung der IAEA. Das österreichische Außenministerium bestätigte dem ORF, dass es nach dem Treffen mit Rubio "erste Telefonate" gegeben habe.
Dass Rubio Österreich beauftragt hätte, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln oder Botschaften zu überbringen, ist allerdings nicht belegt. Das US-Außenministerium dementierte laut "Iran International" eine solche Rolle. Vielmehr dürfte Wien als möglicher Verhandlungsort interessant sein.
Für die Bundeshauptstadt spricht vor allem, dass hier die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA ihren Sitz hat. Bei möglichen neuen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wäre die Organisation für Kontrollen und die Überprüfung von Vereinbarungen von zentraler Bedeutung.
Wien hat zudem Erfahrung als Schauplatz von Iran-Verhandlungen: Hier wurde am 14. Juli 2015 das internationale Atomabkommen mit Teheran besiegelt. US-Präsident Donald Trump stieg 2018 während seiner ersten Amtszeit aus dem Abkommen aus.
Parallel dazu führte auch Griechenland Gespräche mit beiden Seiten. Rubio telefonierte am 12. August mit dem griechischen Außenminister Giorgos Gerapetritis. Einen Tag später, am 13. August, sprach dieser mit Araghchi. Dabei ging es vor allem um die Freiheit der Schifffahrt und die maritime Sicherheit.
Ob tatsächlich neue Iran-Verhandlungen in Wien stattfinden werden, ist noch offen. Mit dem Angebot Meinl-Reisingers ist die Bundeshauptstadt jedenfalls als möglicher Gesprächsort im Spiel.