Die Aktivisten der von den israelischen Streitkräften gestoppten Hilfsflotte für den Gazastreifen werden nach Israel gebracht. Laut dem israelischen Außenministerium wurden alle 430 Insassen der Schiffe "auf israelische Schiffe gebracht und sind auf dem Weg nach Israel, wo sie sich mit ihren konsularischen Vertretern treffen können". Weiters heißt es, die Hilfsflotte habe sich "erneut als nichts anderes als ein PR-Gag im Dienste der Hamas erwiesen".
Die rund 50 Schiffe waren am Donnerstag im Südwesten der Türkei gestartet. Am Montag griffen die israelischen Streitkräfte ein. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "böswilligen Plan" der Teilnehmer, um die Blockade gegen die "Hamas-Terroristen in Gaza" zu umgehen.
Im Gegensatz dazu warf die Organisation Global Sumud Flotilla Israel "Verstöße gegen das internationale Seerecht und die Entführung friedlicher Zivilisten" vor. Das Ziel der Hilfsflotte war es laut eigenen Angaben, Hilfsgüter an der israelischen Blockade vorbei in den schwer zerstörten Gazastreifen zu bringen.
An Bord der Schiffe waren viele internationale Aktivisten, darunter Margaret Connolly, die Schwester der irischen Präsidentin. Spanien kritisierte das Vorgehen Israels scharf. Das türkische Außenministerium sprach von einem "neuen Akt der Piraterie" durch Israel.
Schon Ende April hatten israelische Streitkräfte eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen damals auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.
Bereits Ende 2025 hatte eine weitere Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Damals brachte die israelische Marine die Schiffe auf, nahm die Besatzungsmitglieder fest und wies sie anschließend aus.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Jahren Krieg trat im Oktober 2025 eine von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft.
Israel und die Hamas beschuldigen sich weiterhin gegenseitig, das Abkommen zu brechen. Die humanitäre Lage im Küstengebiet bleibt laut Hilfsorganisationen katastrophal.