Bereits um 11 Uhr wurde die Brennerautobahn (A13) am Samstag gesperrt. Grund war eine Demonstration gegen die Verkehrsbelastung im Wipptal. Unterdessen blieb das zuvor erwartete Verkehrschaos allerdings aus – "Heute" berichtete.
Dennoch ist die Stimmung in Italien aufgrund der Aktion aufgeheizt. Insbesondere Verkehrsminister Matteo Salvini (Lega) äußerte seine "Besorgnis und großes Missfallen" über seinen österreichischen Amtskollegen Peter Hanke (SPÖ), berichtet die "Krone".
Auslöser dafür sei ein Schreiben in dem Hanke auf die begrenzten Möglichkeiten seines Ressorts gegen die Protestaktion hinwies. Nun hofft Salvini auf "eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs". Dabei geht es um eine Klage, die Italien gegen die Tiroler Anti-Transitmaßnahmen eingebracht habe.
Die italienische Regierung ist der Auffassung, dass Umweltargumente nicht als Grund dienen dürfen, den Waren- und Personenverkehr über die Verkehrsroute einzuschränken. Das Urteil solle nun richtungsweisend für künftige Fälle sein, so Salvini.
Einen noch schärferen Ton schlug Salvinis Parteikollege Paolo Borchia an. Der Europaabgeordnete bezeichnete die Demonstration als "absurd und verantwortungslos". Besonders der Zeitpunkt stieß Borchia sauer auf. Am 2. Juni begeht Italien nämlich seinen Nationalfeiertag.
Der EU-Politiker ortete eine "ideologisch motivierte und unverantwortliche" Aktion, die fehl am Platz sei. Ihm zufolge müssten die Interessen der Bevölkerung auf beiden Seiten des Brenners berücksichtigt werden.