Wenige Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr sorgt die Personalsituation an Wiens Schulen für politischen Wirbel. Von insgesamt 2.100 ausgeschriebenen Lehrstellen sei derzeit noch rund ein Drittel nicht vergeben, kritisieren die Wiener FPÖ und die ÖVP. FPÖ-Bildungssprecher und Klubobmann Maximilian Krauss nimmt Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) und ihren Vorgänger Christoph Wiederkehr (NEOS) ins Visier.
Krauss spricht von einem "bildungspolitischen Totalversagen" und übt scharfe Kritik an den NEOS: "Wiederkehr und Emmerling haben die Probleme an den Wiener Schulen jahrelang schöngeredet. Jetzt fehlen erneut Klassenlehrer, Mathematiklehrer und Sonderpädagogen. Die NEOS sind mit ihrem selbst erklärten Anspruch als Bildungspartei krachend gescheitert."
Besonders angespannt sei die Lage laut Lehrergewerkschaft in Favoriten. Dort würden Lehrer in allen Fächern gesucht. Für Krauss ist das eine Folge der Wiener Bildungs- und Integrationspolitik. "Massive Sprachdefizite, immer schwierigere Unterrichtsbedingungen und fehlendes Personal treiben Pädagogen aus den Brennpunktschulen. Wiederkehr und Emmerling haben darauf bis heute keine Antwort", so Krauss.
Der FPÖ-Klubobmann sieht vor allem Emmerling in der Verantwortung. Sie müsse für genügend Personal, eine Entlastung der Lehrer und den Umgang mit mangelnden Deutschkenntnissen sorgen. Seine Forderung fällt deutlich aus: "Dass drei Wochen vor Schulstart jede dritte ausgeschriebene Stelle noch nicht vergeben ist, ist ein Armutszeugnis für die Verantwortliche und der letztgültige Beweis, dass diese überforderte Stadträtin endlich zurücktreten muss - zum Wohl unserer Kinder!"
Auch von der ÖVP hagelt es Kritik. "Wenn drei Wochen vor Schulbeginn noch jede dritte ausgeschriebene Lehrerstelle nicht vergeben ist, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Neos-Stadträtin Bettina Emmerling muss sicherstellen, dass zum Schulstart ausreichend qualifizierte Pädagogen in den Klassen stehen", so Bildungssprecher Klubobmann Harald Zierfuß.
Er fordert bessere Rahmenbedingungen und eine gezielte Entlastung der Pädagogen, um Problemen wie Personalmangel, massiven Sprachdefiziten und immer schwierigeren Bedingungen an einzelnen Schulstandorten entgegenzuwirken.
Seitens der Bildungsdirektion verweist man gegenüber "Heute" darauf, dass die Zuweisungen für das kommende Schuljahr aktuell auf Hochtouren laufen. "Die Bewerbungslage zeigt sich sehr positiv und aus aktueller Sicht können bis zum Schulbeginn alle Stunden besetzt werden", heißt es.