Die Luft für Infantino wird an der Spitze des Fußball-Weltverbands FIFA immer dünner. Das geht so weit, dass der Schweizer bereits bei US-Präsident Donald Trump Hilfe gesucht hatte. Zunächst hatte die "New York Post" berichtet, dass der 56-Jährige mehrmals versucht habe, seinen Kumpel Trump anzurufen – allerdings vergebens. Das US-Staatsoberhaupt sei für Infantino nicht erreichbar gewesen.
Doch einige Stunden später könnte die Kehrtwende folgen. Denn laut "Telegraph" soll Trump sehr wohl um die schwierige Lage seines guten Kumpels wissen und durchaus versuchen, Infantinos Job nun doch noch zu retten. "Gianni hat uns sehr dabei geholfen, die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten auf die Beine zu stellen. Der Präsident schätzt ihn sehr. Ich bin mir sicher, dass der Präsident alles Mögliche tun wird, um ihm zu helfen", wurde eine Trump nahestehende Quelle zitiert.
Die beiden Männer verbinden jedenfalls ein monatelanges Naheverhältnis. So hatte Infantino Trump im Rahmen der WM-Gruppenauslosung mit dem neu eingeführten FIFA-Friedenspreis ausgezeichnet, die FIFA während der WM auch die Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun ausgesetzt – nachdem Trump Infantino angerufen hatte.
Doch ob die Trump-Hilfe reicht? Immer mehr Nationalverbände wenden sich demonstrativ vom Schweizer ab. So hatten zuletzt Wales, England, Serbien und nun auch Schweden die Unterstützung für den 56-Jährigen bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten im März 2027 formal zurückgezogen. Gerade Europas Fußballverband UEFA erhöht den Druck auf Infantino – auch mit möglichen rechtlichen Schritten gegen den 56-Jährigen.
Infantino hatte mit einem umstrittenen und bereits gescheiterten Plan in der vergangenen Woche richtig viel Staub aufgewirbelt. Er wollte die Firma FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen, die die kommerziellen Rechte der Fußball-WMs bei Männern und Frauen, sowie der Klub-WM enthalten sollte. An dieser hätten sich dann Unternehmen mit 20 Prozent beteiligen sollen – konkret die Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, dem Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Schnell stiegen die UEFA, aber auch die Konföderationen aus Asien und aus Nord- und Mittelamerika auf die Barrikaden. Europas Kontinentalverband kündigte sogar einen Boykott sämtlicher FIFA-Bewerbe an.