Böheimkirchner bangen um ihr Postamt. "Die Postfiliale schreibt seit mehr als 2 Jahren negative Jahreszahlen und die Post hat jetzt bei der RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) eine Schließung beantragt," so Franz Haunold, Bürgermeister der Marktgemeinde Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten, NÖ), auf "Heute"-Nachfrage.
Haunold kann auch für die Zukunft keine positive Bilanz ziehen: "Für die nächsten 2 Jahre werden auch negative Ergebnisse prognostiziert. Die RTR prüft die wirtschaftlichen Umstände und wird dann vermutlich der Schließung zustimmen."
Von der möglichen Schließung ist aber nicht nur Böheimkirchen selbst betroffen. Laut Haunold hat das auch Auswirkungen auf Kasten (Bezirk St. Pölten, NÖ), Stössing (Bezirk St. Pölten) und Michelbach (Bezirk St. Pölten, NÖ). "Im Gespräch ist, dass der Selbstbedienungsbereich erhalten bleibt. Dann könnten wir dort zumindest Pakete aufgeben, abholen und auch Briefe. Die Post sucht derzeit aktiv nach einem Post-Partner", so der Bürgermeister.
Ob einer Schließung entgegengewirkt werden kann, ist noch unklar. "Unsere Chancen stehen jedoch sehr schlecht, wenn man die Berichte aus der Vergangenheit liest. Da gibt es auch Schließungen in größeren Ortschaften. Derzeit betreibt die Post noch 64 Filialen und hat 361 Post-Partner in NÖ", erklärt Haunold.
Von Seiten der Österreichischen Post heißt es: "Wenn eine Filiale über mindestens zwei Jahre hinweg Verluste schreibt und keine Besserung absehbar ist, können wir sie gemäß Postmarktgesetz bei der unabhängigen Regulierungsbehörde zur Prüfung/Schließung/Umwandlung in einen Postpartner einmelden."
Der Antrag wurde am 26. September gemeldet, bis 26. Dezember hat die RTR nun Zeit, die Prüfung durchzuführen. Mit einem Postpartner wolle man trotzdem noch Präsenz zeigen.
Als potentielle Postpartner könnte sich Haunold Einzelhandelsfirmen, das Lagerhaus, die Trafik oder die Tankstelle vorstellen. Für eine Übernahme müssen laut Haunold aber mehrere Kriterien erfüllt werden.