Wintersport

Jetzt reagiert ÖSV-Trainer auf Kristoffersen-Ausraster

Henrik Kristoffersen wütete in Adelboden über die Kurssetzung eines ÖSV-Trainers. Jetzt kontert der Coach der Kritik des Hirscher-Stars.
Sebastian Klein
09.01.2023, 10:33
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Hirscher-Star Henrik Kristoffersen zeigte sich in Adelboden als schlechter Verlierer. Der Norweger schimpfte gegen den österreichischen Kurssetzer. Laufbestzeit im ersten Durchgang, Laufbestzeit im zweiten Durchgang – Marco Odermatt sorgte beim Heim-Riesenslalom in Adelboden am Samstag für eine Machtdemonstration. Es war in drei verschiedenen Disziplinen bereits der sechste Saisonsieg für den 25-Jährigen. Und es war vor allem ein Sieg, der die Konkurrenz ratlos zurücklässt.

"Ich weiß nicht, wie ich ihn schlagen soll", sagte der Zweiplatzierte Henrik Kristoffersen nach dem Rennen resignierend. Während der Hirscher-Star im ersten Durchgang noch einigermaßen mit Odermatt mithalten konnte, war Kristoffersen im zweiten Lauf trotz ebenfalls starker Fahrt chancenlos. Aus diesem Grund hatte der 28-Jährige auch kein Verständnis für die Kurssetzung des österreichischen Trainers Martin Kroisleitner. "Marco hat gerade in Bormio einen Super-G gewonnen. Jeder weiß, wie gut er ist, wenn es gerade gesteckt ist", so Kristoffersen.

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"Das sollten auch die Trainer anderer Nationen wissen." Er sei darum sehr überrascht von der Kurssetzung des zweiten Laufs gewesen. "Wenn es mehr dreht, haben wir anderen Fahrer immerhin eine Chance", betonte der Norweger. "Klar ist Marco auch gut, wenn es dreht. Aber bei solchen Bedingungen wie hier kann ihn niemand stoppen", so Kristoffersen weiter. "Ich glaube, sogar ein Hirscher in Hochform hätte auf einem so geraden Kurs Probleme mit Marco gehabt."

ÖSV-Trainer kontert

Jetzt reagiert der Beschuldigte auf die Kristoffersen-Kritik. Kroisleitner sagt: "Ich setzte meine Läufe weder für Odermatt, noch gegen Kristoffersen."

Damit will er den von Kristoffersen aufgestellten Vorwurf entkräften, Odermatt in die Karten gespielt zu haben. Kroisleitner weiter: "Ich versuche so zu stecken, dass die Kurse unseren Athleten entgegenkommen."

Kristoffersen wechselte im vergangenen Sommer von Rossignol auf die neuen Skier des "Van Deer-Red Bull"-Teams rund um Superstar Marcel Hirscher. Die neue Marke im Weltcup hat dank des Norwegers bereits den ersten Weltcupsieg in Garmisch gefeiert, sich im Ski-Zirkus beim kometenhaften Aufstieg aber nicht nur Freunde gemacht.

Hirscher warb mit seiner Marke bereits mehrere ehemalige ÖSV-Mitarbeiter ab. Aus dem heimischen Lager gab es dafür schon vor dem Start der Saison Kritik - von Funktionären und Fahrern. Die neueste Episode rund um Kristoffersen dürfte die neue Rivalität mit dem ehemaligen ÖSV-Superstar Hirscher weiter vertiefen. Kroisleitner bleibt aber augenscheinlich cool, gießt kein weiteres Öl ins Feuer.

Und Kristoffersen? Der hatte bereits am Tag nach dem Riesenslalom neuen Grund für Ärger. Er schied im Slalom aus, schlug sich dabei mit dem eigenen Knieschoner ins Gesicht.