Jürgen Klopp hat als Trainer im Fußball-Geschäft alles gesehen. Er holte Titel und verlor Finalspiele. Seit einem Jahr ist der Deutsche als "Head of Global Soccer" bei Red Bull tätig – ein Schritt, den viele Beobachter nicht verstanden. Im Gespräch im Hangar-7 sprach er jetzt über Österreichs Chancen bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
"Ralf Rangnick ist ein außergewöhnlich toller Kollege", war Klopp voll des Lobes für den ÖFB-Teamtrainer. Für das ÖFB-Duell mit dem amtierenden Weltmeister aus Argentinien gab sich der 58-Jährige optimistisch. "So ein Spiel liebt er (Anm. Red.: Rangnick) hundertprozentig. Sich gut organisieren, gut aufstellen und dann den Argentiniern mal ab und zu den Stock in die Speichen halten. Da hat er einen Riesenspaß dran", schilderte Klopp schmunzelnd.
Die WM sieht der ehemalige Star-Trainer aber nicht nur positiv. "Ich bin etwas zwiegespalten", gestand er. Sorgen bereitet dem Red-Bull-Boss vor allem die hohe Belastung der Spieler – ein Thema, das er bereits wiederholt als Trainer scharf kritisierte. "Es wird einfach zu oft, zu lange und zu viel auf den Rücken der Spieler ausgetragen. Es war eine Klub-WM im letzten Jahr, jetzt ist die Weltmeisterschaft, dann wahrscheinlich wieder eine Klub-WM, dann kommen die EURO und die Copa America", führt der Deutsche seine Gedanken aus.
Sein Urteil: "Es ist zu viel Fußball, das steht außer Frage. Irgendwann muss das mal geregelt werden." Positiv sieht er die Teilnahme kleinerer Nationen: "Es ist wundervoll, dass Curacao an einer WM teilnehmen kann, aber 104 Spiele und 48 Mannschaften ist schon auch verrückt."