"Ein Erdbeben", "eine Bombe" – oder das Ende "eines Albtraums": Nach Alonsos Entlassung bei Real Madrid war die Resonanz in den spanischen Medien hart und ungeschönt. Nur 232 Tage dauerte die Amtszeit des Basken, der den Job im Sommer mit hohen Erwartungen angetreten hatte. Die spanische Zeitung AS schrieb nun aber von einer "qualvollen Zeit für fast alle Beteiligten".
Der Abschied erfolgte laut einer Vereinsmitteilung in "gegenseitigem Einvernehmen". Der "Marca" zufolge sei von der Klubführung – von Präsident Florentino Perez – vorgeschlagen worden, dass eine Trennung das Beste sei. Alonso habe die Situation daraufhin verstanden, hieß es. Das Blatt warf dem 44-Jährigen vor, dass er sein "Rock'n'Roll"-Versprechen nicht eingehalten habe. Und: "Dem Team fehlte es fast immer an Elan und Energie." In einem anderen Kommentar warf die spanische Zeitung den Verantwortlichen jedoch vor, "eine goldene Chance" mit Alonso leichtfertig vergeben zu haben.
Tenor der internationalen Analysen war, dass Alonso es nicht gelungen sei, den Spielstil, mit dem er einst Bayer Leverkusen zum Double geführt hatte, in Madrid zu implementieren. Zudem wurde das angeblich angespannte Verhältnis zu Teilen seiner Mannschaft thematisiert. Vor allem die südamerikanischen Stars sollen eine Front gegen Alonso gebildet haben. Federführend dabei: Vinicius Junior und Federico Valverde. Dennoch: Die Entscheidung über das Aus des Spaniers fiel überraschend. Vor der Clasico-Pleite im Supercup gegen den FC Barcelona (2:3) am Sonntagabend, holte Real fünf Siege in Folge.
Auch Alonsos Zukunft rückte schnell in den Vordergrund. Sein Status als verfügbarer Coach falle "in eine Phase großer Bewegung auf dem Trainermarkt", schrieb die britische Sun. Manchester United sei auf der Suche, auch Manchester City komme infrage, sollte Teammanager Pep Guardiola den Klub im Sommer verlassen. "Die interessanteste Trainerstation könnte jedoch eine Rückkehr zu einem weiteren ehemaligen Klub nach Liverpool sein, was den Druck auf Arne Slot erhöhen würde", schrieb das Boulevardblatt.
In Madrid übernimmt Alvaro Arbeloa, zuletzt Trainer der zweiten Mannschaft. Alonsos früherer Mitspieler bei Real wird am Dienstag vorgestellt und soll einen Tag später im Achtelfinale der Copa del Rey beim Zweitligisten Albacete Balompié erstmals auf der Bank sitzen.