Nur wenige Tage nach dem letzten vergleichbaren Vorfall war es schon am Donnerstag wieder so weit. Ein 19-jähriger Australier und der 20-jähriger Brite blieben am Untersberg bei Salzburg im Schnee stecken und konnten nicht mehr weiter. Auf 1.400 Metern Höhe suchten sie Schutz in einer Felseinbuchtung bei der Dopplerstiege, dann setzten sie einen Notruf ab.
Sie waren unverletzt, aber unterkühlt. Das Team eines Polizeihubschraubers führte eine Taubergung durch und flog die jungen Männer, die in Sommerkleidung unterwegs waren, ins Tal.
"Die beiden jungen Männer trugen Sommerkleidung – kurze Hosen, Pullover und leichtes Schuhwerk. Sie hatten keinen Rucksack dabei", schildert Ortsstellenleiter Alexander Schweiger, der auch stellvertretender Bezirksleiter der Bergrettung im Flachgau ist. Der Bergretter gab auch zu bedenken, dass für den Dopplersteig nach wie vor die Wintersperre gilt und ein Schild am Ausgangspunkt der Tour auch darauf hinweist. Ab einer Seehöhe von rund 1.200 Meter liegt Schnee.
Nach der gelungenen Taubergung sorgten Bergretter der Ortsstelle Grödig für den Wärmeerhalt der unterkühlten Touristen, deren Schuhe durchnässt waren. Die Ehrenamtlichen gaben ihnen Tee zu trinken und Decken zum Wärmen. Die beiden waren auf ihrer Wanderung im Schnee offenbar auch ein Stück abgerutscht, blieben aber unverletzt.
"Es wurde ihnen gesagt, dass sie großen Glück hatten", sagte Schweiger. Diese alpine Tour hätte für die völlig unzureichend ausgerüsteten Touristen einen tragischen Ausgang nehmen können. Sie erzählten, dass sie sich auf einer Europareise befanden und ihren zweiten Reisetag am Donnerstag in Salzburg verbrachten.