Direktorin greift durch

Nikotin an Schule – Jugendliche müssen sich anzeigen

Sie sind im Trend und machen süchtig! Die Rede ist von Nikotinzahnstochern. Eine Direktorin greift nun durch. Sie schickt Schüler zur Polizei.
Newsdesk Heute
09.04.2026, 15:53
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Über die sozialen Medien hat ein gefährlicher Trend nun auch die heimische Jugend erreicht. Nikotinzahnstocher sind in ganz Österreich im Umlauf und vor allem bei jungen Konsumenten beliebt. Sie werden oft in bunten Päckchen verkauft und sind in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich.

Egal, ob Minze, Pfirsich, Wassermelone, Mango, Eistee oder Cola – für jeden ist etwas dabei. Dabei haben die oft fruchtig schmeckenden Alternativen zu Zigaretten einen gefährlichen Nachteil. Sie enthalten oft sechs Milligramm Nikotin. Damit sind sie wesentlich stärker als die klassischen Tschick.

"Gehen in Detektivhaltung"

Zudem sind Nikotinprodukte in Österreich generell erst ab 18 Jahren erlaubt. Dennoch tauchen die Zahnstocher auf den heimischen Schulhöfen auf. Das weiß auch die Direktorin der Polytechnischen Schule in Mittersill, Doris Lochner.

Ihnen sind die fruchtigen Nikotinbomben ein Dorn im Auge, gegen den sie nun hart vorgeht. "Wenn es bei uns am Schulklo nach Erdbeeren oder Himbeeren riecht, dann gehen wir in die Detektivhaltung", sagt Lochner der "Kronen Zeitung".

Sie betont, dass ihre Schüler erst 15 oder 16 Jahre alt seien und wüssten gar nicht, wie gefährlich Nikotin in ihrem Alter sei. Tatsächlich können, gerade bei den starken Zahnstochern, Schwindel, Herzrasen und Übelkeit auftreten.

Harte Strafen

Am Poly Mittersill herrscht daher ein striktes Verbot von Nikotinprodukten. Für Schüler, die erwischt werden, ist eine Information der Eltern darüber noch das kleinere Problem. Sie würden nämlich zur Polizei gebracht werden, wo sie sich dann selbst anzeigen müssen. Immerhin würden sie ja gegen ein bestehendes Gesetz verstoßen, so die Direktorin.

Es sei die "einzig richtige Lösung". Dabei gehe es Lochner nicht um die Bestrafung der Schüler, sondern darum, sie zu schützen. Oft würden die Jugendlichen die Produkte übers Internet bestellen. Am Ende seien die abgeknickten Zahnstocher dann auf dem Schulgelände verteilt gelegen. Mit dem harten Verbot soll sich dies nun ändern.

Auch andere Schulen betroffen

Nicht nur am Poly Mittersill seien die Zahnstocher ein Problem, berichtet die "Krone". Auch die HTL-Salzburg kennt das Problem. Laut Direktor Franz Landertshamer seien an seiner Schule jedoch eher Nikotinbeutel verbreitet. Man habe das Thema "einigermaßen im Griff" könne den Konsum jedoch nicht ganz unterbinden.

Sollte ein minderjähriger Schüler an seiner HTL mit Nikotin erwischt werden, droht ihm eine Verwarnung. Man kläre dann auch über rechtliche Konsequenzen auf. Die Meisten seien sich über die Tragweite gar nicht bewusst, meint Landertshamer.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.04.2026, 15:53
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