Zahnstocher im Mund statt Kaugummi? Was nach harmloser Angewohnheit klingt, wird jetzt zum echten Problem. An der MS Premstätten in der Steiermark greift die Schulleitung durch – und verbannt die kleinen Holzstäbchen gleich ganz aus dem Gebäude. Der Grund liegt nicht im Holz, sondern im Inhalt.
Für Lehrer ist kaum erkennbar, was die Schüler da tatsächlich im Mund haben. In einer Info an Eltern und Schüler warnt die Schule deshalb klar davor, dass nicht auszuschließen sei, "dass auch andere Stoffe in den Zahnstochern enthalten sind". Wie heftig das Ganze ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Manche dieser Zahnstocher enthalten bis zu 6 Milligramm Nikotin – das entspricht etwa drei Zigaretten auf einmal.
Der Zahnstocher-Trend hat seinen Ursprung in sozialen Netzwerken und wurde auch von Promis wie Ryan Reynolds mitgeprägt, der aromatisierte Zahnstocher als lässige Alternative zu Kaugummi beworben hat.
Was als harmloser Lifestyle-Gag begann, hat sich jedoch weiterentwickelt: Inzwischen sind auch täuschend ähnliche Varianten mit Nikotin im Umlauf, die den Wirkstoff über die Mundschleimhaut abgeben und rasch abhängig machen können. Da diese Produkte äußerlich kaum zu unterscheiden sind, wird der Trend zunehmend zum Problemfall an Schulen.
Ganz nebenbei kämpft die Schule noch mit einem zweiten Problem: Immer wieder werden auch Vapes bei Schülern entdeckt – obwohl diese klar verboten sind. Deshalb sollen künftig strengere Kontrollen kommen, notfalls auch mit Unterstützung der Polizei. Der Zahnstocher hat damit eine Karriere hingelegt, die wohl keiner erwartet hätte – vom Wirtshaus-Gadget zum Schulverbot.