Das Winterwetter hält große Teile Europas weiterhin fest im Griff: Züge und Busse bleiben stehen, sogar Heizungen fallen mancherorts aus. Frühlingshaft milde Temperaturen sind derzeit nur in wenigen Regionen zu finden, wie "20 Minuten" berichtet. In Österreich wurden am frühen Dienstagmorgen verbreitet zweistellige Minusgrade gemessen.
In den Niederlanden ist am Dienstag fast nichts mehr gegangen: Der Zugverkehr lag wegen Schnee und einer technischen Störung praktisch lahm. Auch auf den Straßen gab es massive Behinderungen. Am Flughafen Schiphol in Amsterdam sind bereits rund 350 Flüge gestrichen worden.
Auch in Frankreich hat der Winter voll zugeschlagen. Wegen heftiger Schneefälle blieben in vielen Regionen am Dienstag die Schulbusse in der Garage, auch bei den Zügen gab es Störungen. Am Flughafen in Nantes wurde der Flugbetrieb überhaupt eingestellt, und auch in Paris kam es weiterhin zu Ausfällen.
Der Verkehr rund um Paris hatte sich am Montagnachmittag über satte 1.000 Kilometer gestaut, mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt. Trotzdem wurden bereits fünf Todesfälle durch wetterbedingte Unfälle gemeldet.
In Großbritannien bleibt es eiskalt und es schneit weiter. In Schottland sind hunderte Schulen zu, in Glasgow fuhren Dienstagfrüh keine U-Bahnen, weil die Stromschienen vereist waren. Für viele Landesteile gelten Schnee- und Eiswarnungen, der Wetterdienst warnt diese Woche vor heftigen Schneefällen, besonders im Süden.
Selbst in Spanien, wo im Sommer oft Hitzerekorde fallen, zittern die Menschen jetzt bei Minusgraden in ihren meist schlecht isolierten Wohnungen. In Madrid und auf Teilen von Mallorca gab es Frost und sogar Schnee. Einige Straßen in den Pyrenäen und anderen Gebirgsregionen waren nur noch mit Schneeketten passierbar.
In Schweden gab es erneut kräftigen Schneefall und im Norden wurden bis zu minus 40 Grad gemessen.
Der Rettungsdienst Falck in Dänemark bittet die Leute in Nordjütland, am Mittwoch wegen eines angekündigten Schneesturms besser daheimzubleiben. Wer trotzdem raus muss, sollte eine Schaufel mitnehmen – das Auto wird man sonst kaum aus den Schneemassen befreien können.
Im Böhmerwald an der Grenze zu Bayern kletterte das Thermometer am Morgen auf minus 25 Grad. In den kommenden Tagen soll es laut staatlichem Wetterdienst im ganzen Land nicht mehr über null Grad steigen. In Prag waren zehntausende Menschen vorübergehend ohne Heizung und warmes Wasser, weil eine Fernwärmeleitung kaputtging.
In Bulgarien ist es aktuell noch frühlingshaft warm – im Südosten werden bis zu 19 Grad erwartet, was für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich ist. Starke Winde machen den Menschen aber zu schaffen. Meteorologen rechnen ab Donnerstag mit einem Kälteeinbruch und Schnee.