Mit 49 Punkten Vorsprung auf Max Verstappen und 23 Punkten auf seinen Teamkollegen Oscar Piastri reist Lando Norris zum nächsten Formel-1-Rennen in Las Vegas. Doch ausgerechnet dort droht dem Spitzenteam ein Rückschlag. Um Verstappen vorzeitig aus dem Titelkampf zu werfen, müsste Norris den Abstand auf mindestens 58 Punkte ausbauen. Genau das könnte jedoch an den Bedingungen scheitern. Für das Rennen werden nur rund zehn Grad erwartet – Temperaturen, die McLaren bereits 2024 zum Verhängnis wurden.
Damals kämpfte das Auto mit dem sogenannten Graining-Effekt, bei dem sich der Reifengummi aufgrund von Überlastung "aufschält". Der Slickreifen kann seine Struktur dabei nicht mehr halten, weil die Antriebs- oder Seitenführungskräfte zu hoch sind. Dadurch löst sich der Gummi ab und die Performance sinkt drastisch. Norris wurde deshalb nur Sechster und Piastri Achter. Das Rennen gewann überraschend George Russell (Mercedes). Max Verstappen wurde Fünfter.
Norris warnt deshalb schon im Vorfeld: "Es war unser schlechtestes Rennen letztes Jahr. Ich freue mich nicht wirklich darauf.“ Zwar hat McLaren 2025 große Fortschritte gemacht und die aktuellen Pirelli-Reifen neigen weniger zu Graining, doch bei einstelligen Temperaturen bleibt das Problem bestehen. Das könnte ein Vorteil für Verstappen sein, den er nutzen sollte – schließlich braucht er ein starkes Ergebnis, um die Titelentscheidung noch hinauszuzögern.
Die abschließenden Saisonrennen in Katar (30.11.) und Abu Dhabi (7.12.) sprechen dagegen eher für McLaren. Dort erwarten die Teams warme, konstante Bedingungen, unter denen der die Briten in dieser Saison besonders stark war. Norris sieht diese Rennen als klaren Vorteil, doch Las Vegas bleibt das große Fragezeichen der finalen WM-Phase.
Trotz Skepsis hält sich Norris alle Möglichkeiten offen. Vegas habe McLaren selten gelegen, sagt er, doch ein guter Tag könne die WM bereits vorentscheiden. Gelingt der Befreiungsschlag nicht, fällt die Entscheidung in Katar oder Abu Dhabi.