Auch wenn der Traum vom fünften WM-Titel in Folge in weite Ferne gerückt ist, zieht Max Verstappen eine insgesamt positive Bilanz seiner Saison. Der Rückstand des Niederländers auf WM-Leader Lando Norris beträgt zwar 49 Punkte, doch der Red-Bull-Star blickt selbstkritisch – und zugleich zufrieden – auf sein Jahr zurück.
"Natürlich fragt man sich in jeder Saison, wo man vielleicht etwas liegen gelassen hat oder konstanter hätte sein können", erklärt Verstappen im Gespräch mit "Viaplay". "Aber mit dem Material, das ich hatte, habe ich das Maximum herausgeholt. Das ist positiv."
Einen Moment jedoch würde Verstappen im Rückblick gerne ungeschehen machen: die Szene beim Großen Preis von Spanien, als er seinem Mercedes-Rivalen George Russell absichtlich ins Auto fuhr. "Dieses Manöver – und der gesamte Vorfall – war nicht gut", räumt der vierfache Weltmeister ein. "Ich hätte mir denken können: 'Das Auto funktioniert sowieso nicht, also lass es einfach.'"
Doch so tickt der ehrgeizige Niederländer nicht: "Ich kann es nicht akzeptieren, wenn ich weiß, dass ich nicht alles gegeben habe. Dann werde ich wütend auf mich selbst – ich kann nicht zu 80 Prozent fahren."
Nach einer missglückten Reifenstrategie und der teaminternen Anweisung, die Position an Russell zurückzugeben, platzte Verstappen der Kragen: "Ich war schon sauer wegen des Vorfalls beim Restart, dann wegen der Situation in Kurve eins – und als ich dann auch noch die Position abgeben musste, standen alle Ampeln auf Rot."
Heute sieht er den Zwischenfall als Lehrstunde: "Das war ein Fehler meinerseits. Solche Momente werden nächstes Jahr nicht mehr vorkommen, selbst wenn wir wieder in einer schwierigen Situation sind. Man lernt aus solchen Dingen."
Trotz des Rückschlags hebt Verstappen auch seine Fortschritte hervor – besonders im Qualifying: "Ich bin viel entspannter geworden. Früher war das oft eine Schwachstelle von mir. Jetzt weiß ich besser, wo man Zeit finden kann – und wo nicht. Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass nicht mehr drin ist, anstatt eine Kurve zu erzwingen."
Mit Las Vegas, Katar und Abu Dhabi stehen noch drei Rennen aus – der WM-Titel ist zwar kaum mehr realistisch, doch Verstappen will die Saison mit Stil beenden. "Wenn ich aus dem Auto steige, muss ich mir immer sagen können: Ich habe alles gegeben", sagt er. "Nur dann kann ich zufrieden sein."