Kärnten überprüft Flüsse und Bäche auf Mikroplastik

Man sieht es nicht, man riecht es nicht und man spürt es nicht: Mikroplastik stellt in den Ozeanen eine tickende Zeitbombe dar. Die Gefahr nimmt im lokalen Bereich ihren Anfang.
Man sieht es nicht, man riecht es nicht und man spürt es nicht: Mikroplastik stellt in den Ozeanen eine tickende Zeitbombe dar. Die Gefahr nimmt im lokalen Bereich ihren Anfang.Getty Images/iStockphoto
Das Land Kärnten startet eine Studie zu Mikroplastik in Fließgewässern. Große Flüsse sind ebenso dabei wie kleinere Bäche und der Wörtherseezufluss.

Ob und wie stark Kärntner Flüsse mit Mikroplastik belastet sind, wird derzeit in einer Studie überprüft. Laut Umweltreferentin Sara Schaar (SPÖ) werden elf Stellen an sechs Flüssen und Bächen untersucht.

Es handelt sich etwa um Fließgewässer in der Nähe von plastikverarbeitenden Betrieben sowie Oberflächenentwässerungen von Straßen. Mit der Ausarbeitung der Proben wurde das Umweltbundesamt betraut, die Ergebnisse der Studie sollen 2022 vorliegen. Die Kosten der Untersuchungen betragen 70.000 Euro. Große Flüsse wie Drau und Gurk werden ebenso beprobt wie kleiner Bäche.

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Dabei wird Wasser abgepumpt und unter kontrollierten Bedingungen gefiltert, je Probe werden etwa 15.000 Liter entnommen. Außerdem werden Sedimentproben von der Probestelle analysiert, um festzustellen, ob sich Mikroplastik abgesetzt hat. Derzeit gebe es keine standardisierten Beprobungen oder Auswertungen und auch keine Grenzwerte in Österreich, in der EU oder weltweit.

Studie soll Aufschluss über Mikroplastik-Belastung geben

Die Kärntner Studie soll beispielhaft für die Ausarbeitung bundes- und EU-weiter Normen für Probenahmen und Analysen sein. Erste Beprobungen der Kärntner Fließgewässer fanden bereits Ende 2021 statt und werden 2022 weitergeführt.

Mikroplastik in den Ozeanen ist eine tickende Zeitbombe. Die Gefahr nimmt im lokalen Bereich ihren Anfang. Man sieht es nicht, man riecht es nicht und man spürt es nicht - mikroskopisch kleine Teilchen von Kunststoff sind mittlerweile Bestandteil zahlreicher Gegenstände und Artikel des täglichen Lebens. Sie befinden sich in Kosmetik ebenso wie in Reinigungsmitteln, sogar in der Nahrung kommen sie vor.

Die Kärntner Studie soll Aufschluss geben, in welchem Ausmaß die Kärntner Gewässer konkret mit Mikroplastik belastet sind.

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