Kommt das Leben auf der Erde eigentlich aus dem Weltall? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Jetzt gibt es neue Hinweise, die diese sogenannte Panspermie-These stützen.
Ein Forscherteam rund um Toshiki Koga von der japanischen Meeresforschungsagentur JAMSTEC hat Gesteinsproben vom Asteroiden Ryugu untersucht. Das Ergebnis ist sensationell: Alle fünf Nukleinbasen, die Bausteine für unser Erbgut, wurden darin gefunden.
Wie heise.de berichtet, brachte die japanische Sonde Hayabusa2 die Proben bereits 2020 zur Erde. Die Ergebnisse der Analyse wurden nun im renommierten Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht.
Die DNA besteht aus den Nukleinbasen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. RNA enthält statt Thymin Uracil. Alle fünf konnten die Forscher im Asteroidengestein nachweisen - sie stammen aus der Frühzeit unseres Sonnensystems.
Bereits 2023 brachte die NASA-Mission OSIRIS-REx Proben vom Asteroiden Bennu zur Erde. Auch dort fanden sich die fünf Nukleinbasen. Die Funde aus dem All bestätigen sich also gegenseitig.
Zwar wurden auch früher schon in Meteoriten auf der Erde solche Bausteine entdeckt. Allerdings war dabei nie auszuschließen, dass die Nukleinbasen erst nach dem Einschlag auf der Erde entstanden sind.
Bei den Proben von Ryugu und Bennu ist das anders: Sie wurden direkt von den Asteroiden geholt und unter kontrollierten Bedingungen zur Erde gebracht. Eine Kontamination ist damit ausgeschlossen.
Die Hayabusa2-Mission war übrigens auch ein Stück österreichisch-europäisch: Der Mascot-Lander, der auf Ryugu abgesetzt wurde, war eine Entwicklung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur CNES.