Für Parksünder wird es in Wien schon bald schwieriger: Die Stadt testet derzeit sogenannte Scan Cars, die Kennzeichen automatisch erkennen und überprüfen sollen, ob für ein Fahrzeug ein gültiger Parknachweis vorliegt.
Eines der insgesamt vier geplanten Fahrzeuge ist seit Jahresbeginn auf Wiens Straßen unterwegs und hat mittlerweile rund 220 Testkilometer absolviert, das berichtet der ORF. Auf dem Fahrzeugdach montierte Sensoren erfassen dabei die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung.
In der bisherigen Testphase ging es vor allem darum, herauszufinden, wie zuverlässig die Technik unter realen Bedingungen funktioniert. Das Fahrzeug war dafür in Favoriten, Simmering, Döbling, Floridsdorf und Donaustadt unterwegs.
Die bisherige Bilanz: Laut Stadt wurden mehr als 90 Prozent der Kennzeichen erkannt, so der ORF. Während der Testfahrten wurde das System laufend angepasst. Unter anderem ging es um die Ausrichtung der Kameras bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und die genaue Positionsbestimmung anhand der Stellplatzdaten der Stadt.
Die erfassten Kennzeichen wurden zwar bereits mit Testdatenbanken verglichen, mit den laufenden Systemen der Stadt war das Fahrzeug bisher aber noch nicht verbunden. Das ändert sich Mitte September.
In der nächsten Testphase wird das Scan Car erstmals mit den tatsächlichen Systemen der Stadt verbunden. Dazu gehört etwa die Genehmigungsdatenbank für das Parkpickerl.
In einer Echtzeit-Simulation können die aufgenommenen Kennzeichen dann mit tatsächlichen Daten aus den jeweiligen Datenbanken abgeglichen werden. Damit soll getestet werden, ob die verschiedenen Systeme auch unter realen Bedingungen zusammenspielen.
Wichtig für Autofahrer: Erkennt das System keinen gültigen digitalen Parknachweis, flattert nicht automatisch eine Strafe ins Haus.
Ein möglicher Verstoß wird weiterhin von einem Parkraumüberwachungsorgan manuell überprüft. Laut Stadt werden die bei den Kontrollfahrten erfassten Informationen zudem nicht gespeichert.
Die Scan Cars sollen die rund 650 Parkraumüberwacher der MA 67 nicht ersetzen, sondern bei ihrer Arbeit unterstützen. Seit Einführung der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung hat sich die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt.
Vor allem in den großen Außenbezirken sind die Wege lang. Parkraumüberwacher legen bei ihren Kontrollgängen teilweise rund 15 Kilometer pro Tag zu Fuß zurück.
Für die neue Technik sind Schulungen vorgesehen. Zunächst werden ausgewählte Mitarbeiter eingeschult, anschließend folgt das restliche Personal.
Ab Ende 2026 sollen alle vier Scan Cars regulär eingesetzt werden. Vorgesehen sind Kontrollfahrten in zwölf Wiener Bezirken. Dazu zählen unter anderem Favoriten, Simmering, Hietzing, Penzing, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing.