"Heute" hat über die Problematik niedriger Storno-Moral wiederholt berichtet. Lokalbetreiber verlangen mittlerweile bis zu 100 Euro, wenn Reservierungen nicht eingehalten werden. "Es braucht Erziehungsmaßnahmen", betonte OÖ-Wirtesprecher Gerold Royda.
Für den Unternehmer liegt ein Vergleich zur Beherbergungsbranche auf der Hand: "In den Hotels ist es auch selbsterklärend: Wenn das Zimmer nicht rechtzeitig storniert wird, wird es verrechnet." Zudem würden Gäste im Vorfeld mehrfach auf entsprechende Regelungen hingewiesen.
Ein Sektor, den die Thematik besonders hart trifft, sind Berghütten: Dort werden bis zu 40 Prozent der Reservierungen storniert, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Das sei nicht mehr tragbar, sagt Stephan Jobke, Wirt der Rieder Hütte im Höllengebirge.
Den ganzen Sonntag haben er und sein Team gewartet. Von 20 Gästen, die einen Schlafplatz gebucht hatten, sind aber nur vier erschienen. Es war nicht das erste Mal: "Dass die Leute kurzfristig absagen, kommt leider immer häufiger vor", sagt der Gastronom.
Eine Situation, die er nicht länger hinnehmen will: "Es ist wie ein Schlag ins Gesicht, wenn du dich auf ein ausgebuchtes Wochenende vorbereitest, und am Ende ist die Hütte halb leer."
Er sah sich gezwungen, die Stornogebühren anzuheben. Gäste, die trotz Buchung einfach nicht kommen ("No Show"), müssen künftig den vollen Preis für eine Übernachtung mit Frühstück und Abendessen – 48 Euro – zahlen. Wird drei Tage vor dem gebuchten Termin abgesagt, werden 45 Euro verrechnet, fünf Tage vorher fällt eine Gebühr von 35 Euro an.
Für Jobke steht fest: "So kann es nicht weitergehen." Seinem Ärger machte er auf Instagram Luft. Die Resonanz auf seine Ansage hat ihn überrascht. "Ich habe so viel Zuspruch bekommen, die Leute haben sehr viel Verständnis für unsere Situation."
Stornierungen würden oft sehr kurzfristig erfolgen, sodass freie Plätze nicht mehr nachbesetzt werden könnten, so Carolin Scharfenstein vom Alpenverein. Das erschwere die Planung von Personal und Versorgung erheblich. Scharfenstein appelliert an Gäste, nur zu buchen, wenn man auch wirklich kommt.