Herr Kurz, sind die nächsten Öffnungsschritte in Gefahr?

"Heute.at"-Chefredakteur Clemens Oistric im Gespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor dem UN-Gebäude in New York.
"Heute.at"-Chefredakteur Clemens Oistric im Gespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor dem UN-Gebäude in New York.HEUTE
Es wird kein Sorglos-Sommer, so viel ist klar. Kurz warnt im Gespräch mit "Heute" davor, dass die Zahl der Ansteckungen wieder "massiv steigen" wird.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) trat im Rahmen seines Aufenthalts in New York weiter vehement für die Corona-Impfung ein. "Geschützt ist nur, wer geimpft ist", so der Regierungschef bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen. "Heute" erreichte den Kanzler am Rande seines Treffens mit UN-Generalsekretär António Guterres für ein Interview. Dabei gab Kurz einen Ausblick darauf, wie es in Österreich jetzt weitergeht:

Corona-Fälle werden "massiv steigen"

"Wir haben in Österreich Gott sei Dank eine sehr gute Situation im Vergleich zu anderen Ländern. Wir haben auch ein gutes Sicherheitsnetz mit der 3-G-Regel, aber klar ist, jeder der sich nicht impfen lässt, wird sich irgendwann anstecken", wiederholte der Kanzler seine Warnung – "Heute" berichtete – und seine Bitte an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

"Je mehr, desto besser", sagt Kurz, denn: "Das Virus wird nicht verschwinden, die Ansteckungszahlen werden auch bei uns wieder massiv steigen". 

Noch wichtiger als der Blick auf die Ansteckungszahlen sei derzeit der Blick auf die Spitäler. Da bei älteren Menschen der Verlauf oft schwerer ist als bei jüngeren Menschen, gehen wir davon aus, dass höhere Ansteckungszahlen nicht sofort zu einer massiven Belastung an den Spitälern führen. Aber: Auch jüngere Menschen können einen schweren Verlauf haben. 

"Gesamtgesellschaftlicher Beitrag"

Weil es auch unter der jungen Generation zu schweren Krankheitsverläufen kommen könne, sollte auch diese sich ein Jauckerl abholen:

"Wir wissen, dass sich jeder irgendwann anstecken wird. Der einzige Weg auch sicher zu sein, ist die Impfung."

"Zusätzlich leistet man auch einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag, weil man durch die Impfung nicht nur sich selbst schützt, sondern dazu beiträgt, dass sich das Virus weniger leicht verbreiten kann", erklärt Kurz weiter. Auch er sei als Bundeskanzler "froh, wenn die Menschen in unserem Land auch sicher sind".

Comeback der Maske?

Derzeit profitiert Österreich noch vom starken Einfluss der Saisonalität auf die Wellenbewegung der Corona-Pandemie. Obwohl sie wieder ansteigt, ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch überschaubar. Das macht die zahlreichen Lockerungen im Sommer erst möglich. Weitere Öffnungsschritte sind für 22. Juli geplant.

Sind diese in Gefahr, sollten die Zahlen wieder nach oben schnellen? Und was passiert dann spätestens im Herbst? Gibt es ein Comeback der FFP2-Maskenpflicht? 

Kurz dazu: "Mein Ziel ist es, dass diese Grund- und Freiheitseingriffe der Vergangenheit angehören. Das darf es in einer liberalen Demokratie immer nur als Ultima Ratio, also als letzte Möglichkeit in einer Notsituation geben. Ich halte es für fatal und es hat sich auch als Politiker furchtbar angefühlt, Menschen sagen zu müssen, dass sie zu Hause bleiben müssen, wann sie schlafen gehen sollen, wie lange Lokale offen haben dürfen... – das ist ja alles andere als eine Situation, die wir so haben wollen."

Appell an Eigenverantwortung

Er sei daher froh, dass es mit der Impfung eine Chance gibt, "die Pandemie zu besiegen".

Der Kanzler bekräftigt: "Für jeden einzelnen, der geimpft ist, ist die Pandemie schon vorbei! Jeder einzelne, der geimpft ist, ist sicher – und das ist gut so." 

Wer sich nicht impfen lasse, könne sich auch weiterhin etwa durch eine FFP2-Maske selbst schützen: "Ich glaube, dass Eigenverantworten ein ganz wichtiger Wert in unserer Gesellschaft ist. Nur weil etwas nicht verpflichtend ist, heißt ja nicht, dass man nicht die Möglichkeit dazu hat", sagt Kurz zu einer möglichen allgemeinen Rückkehr der Masken. 

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