Kanzler Kurz hält an AstraZeneca fest

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer PK mit dem Titel "Impfstofflieferungen der EU" am Freitag, 12. März 2021, in Wien.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer PK mit dem Titel "Impfstofflieferungen der EU" am Freitag, 12. März 2021, in Wien.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Bundeskanzler Sebastian Kurz gibt heute um 11.30 Uhr ein neues Statement zur aktuellen Corona-Lage und zur Impfsituation ab.

Mit Spannung wurde die Pressekonferenz im Bundeskanzleramt erwartet – angesichts der weiter steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen in Österreich (heute waren es wieder über 3.000 neue Fälle) und der Impfskepsis gegenüber dem AstraZeneca-Vakzin sind viele Fragen offen.

Die Europäische Union kann in nächster Zeit nicht mit Lieferungen des AstraZeneca-Impfstoffs aus den USA rechnen. "Die USA haben uns mitgeteilt, dass sie auf keinen Fall AstraZeneca-Impfungen an die EU ausliefern werden", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen in die Verhandlungen involvierten Beamten. Im Kampf gegen den Impfstoffmangel bahnt sich somit ein weiterer Rückschlag für Europa an. Fraglich ist daher, ob Österreich den Impfplan einhalten wird können.

Kanzler tritt vor die Presse

Um 11.50 Uhr trat Bundeskanzler Kurz nun vor die versammelten Pressevertreter. Es sollte eine Überraschung geben, die offenbar die EU-weite Beschaffung und Verteilung des Impfstoffes betrifft.

Viele kamen beim Impf-Tempo ins Staunen, vor allem was Länder wie Dänemark und Malta betrifft. Mittlerweile wurde klar, dass es offenbar keine faire Verteilung gegeben haben konnte. Offenbar gab es keine klare Verteilung nach Bevölkerungsschlüssel, das ergab ein Vergleich der Lieferdaten zwischen den Ländern.

Berechnungen würden zeigen, dass Malta bis Ende Juni pro Kopf etwa drei Mal so viele Impfdosen bekommen würde wie Bulgarien, die Niederlande doppelt so viele wie Deutschland. Österreich liegt hier im Mittelfeld. Als Kurz diese Informationen mit den restlichen Regierungschefs geteilt hat, "konnten diese ihren Augen und Ohren nicht trauen."

Basar

Aktuell gibt es Hinweise auf andere, geheime Verträge in einem zweiten Gremium. Wenn dieses Vorgehen fortgesetzt wird, würden die Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten immer größer werden. Einige Länder wären so bereits m Mai durchgeimpft, andere erst im Herbst.

Das will Sebastian Kurz verhindern. Österreich liegt hier im Mittelfeld und hat deswegen immerhin keinen Schaden erlitten. "Aus meiner Sicht braucht es daher jetzt dringend Transparenz."

Eine gemeinsame, faire, europäische Lösung müsse jetzt her. "Ich glaube, dass die Impfung unsere gemeinsame Chance ist, diese Pandemie zu besiegen", so Kurz abschließend.

Zeit für Fragen

Jenes geheime Gremium soll, so Kurz, auch offiziell als "Basar" bezeichnet worden sein. Derzeit gibt es aber keine Hinweise, dass sich jemand unkorrekt verhalten hat. Das Ergebnis sei schlicht nicht zufriedenstellend und "das kann für niemanden Sinn machen."

In Bezug auf AstraZenecawill Kurz festhalten, dass "solche Entscheidungen niemals politische sein können", sondern auf Basis von Experten gefällt werden muss. Diese hätten bisher keinen kausalen Zusammenhang feststellen können, AstraZeneca wird deswegen wie gehabt eingesetzt.

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