Kanzler Kurz steht vor den Stunden der Entscheidung

Verhandlungs-Marathon: Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober.
Verhandlungs-Marathon: Vizekanzler Werner Kogler, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober.Dragan Tatic / APA / picturedesk.com
Experten sprechen sich für einen härteren Lockdown, FFP2-Masken überall und Home-Office für alle aus. Kanzler Sebastian Kurz steht vor der Wahl.

Stundenlange Gespräche mit den Landeshauptleuten am Freitagabend, Beratungen mit Corona-Experten am Samstagvormittag, ein weiteres Treffen mit den Landes-Chefs und Sozialpartnern am Samstagnachmittag und immer wieder Telefonate mit Verbündeten aus ganz Europa: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) muss entscheiden, ob der Lockdown wie geplant am 24. Jänner endet – oder und wie er verlängert wird. Die Entscheidung soll am Sonntag fallen.

Schon am Samstag rückten die Corona-Experten Oswald Wagner, Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Med Uni Wien, Virologe Andreas Bergthaler, Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich und Universitätsprofessor Erich Neuwirth zu einer Warnung aus. Das Quartett empfiehlt angesichts der nicht sinken wollenden Corona-Zahlen und dem Auftauchen der hochansteckenden Mutation einen härteren Lockdown, FFP2-Masken überall und Home-Office für alle.

"Bevölkerung trägt Maßnahmen nicht mehr mit"

Das Grundproblem: "Die Bevölkerung trägt die Maßnahmen nicht mehr ausreichend mit", so Wagner. Es brauche nun ganz klare Ansagen und nicht dauernd veränderte Regeln, damit die Bürger Bescheid wissen, so der Experte sinngemäß. Gespalten sind auch die Länder-Stimmen: In Wien ruft Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zu einem Ende des Lockdowns auf, in Kärnten geht Landeshauptmann Peter Kaiser (ebenfalls SPÖ) von einem bis mindestens Feber verlängerten Shutdown aus.

Wann die Lockdown-Entscheidung fällt

Der Kanzler steht dabei vor einer schwierigen Entscheidung: Beendet er den Lockdown, besteht die Gefahr, dass die hohen Coronazahlen Österreich nur wenige Tage oder Wochen später in einen neuen Lockdown zwingt. Verlängert er den Lockdown, muss er die Österreicher nun vehement davon überzeugen, dass dies unumgänglich und absolut notwendig ist. Entscheidend ist dabei der Blick auf die hochansteckende Corona-Mutation, 100 Verdachtsfälle gibt es bereits im Land.

Wird der Lockdown in Österreich verlängert oder nicht? Die Bundesregierung wird am Sonntag, dem 17. Jänner, um 11 Uhr vor die Presse und die Österreicher treten und die Entscheidung verkünden. Bis dahin warten auf den Kanzler weitere Verhandlungs-Marathons. 

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