Aufatmen am traditionsreichen Industriestandort Ebergassing (Bruck an der Leitha, NÖ): Für die insolvente Eitek GmbH gibt es eine Zukunftsperspektive. Ein Zweig der Unternehmerfamilie Kapsch rund um Kari Kapsch übernimmt wesentliche Vermögenswerte des Unternehmens.
Der entsprechende Vertrag wurde am Montag unterzeichnet und bereits vom Gläubigerausschuss sowie vom Insolvenzgericht genehmigt. Der operative Betrieb soll nach Abschluss der Transaktion in einer neu gegründeten Gesellschaft weitergeführt werden.
Der neue Name steht bereits fest: Kaitec, kurz für Kapsch Automotive and Interior Technologies. Die Geschäftsführung sollen der bisherige Betriebsleiter Stefan Kunz und Kari Kapsch gemeinsam übernehmen.
Die Finanzierung kommt von der familiennahen K&K Stiftung. Das Closing ist bis 31. Oktober 2026 vorgesehen. Bis dahin müssen noch rechtliche und vertragliche Voraussetzungen erfüllt werden.
Kapsch sieht vor allem in der langjährigen Industrieerfahrung des Standorts großes Potenzial. Ihn überzeugten die "außergewöhnliche industrielle Kompetenz", das über Jahrzehnte gewachsene Know-how und die technologische Stärke des Betriebs.
Eitek blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Standort in Ebergassing wurde bereits 1850 als Teppichweberei "Philipp Haas" gegründet. Später entwickelte sich der Betrieb zum Spezialisten für hochwertige textile Innenausstattungen für Fahrzeuge.
Die Kundenliste kann sich sehen lassen: Audi, VW, Porsche, BMW, Mercedes, Maserati und Alfa Romeo zählen ebenso dazu wie Lamborghini.
Hinter dem Unternehmen liegen allerdings wirtschaftlich schwierige Jahre und mehrere Eigentümerwechsel. Künftig soll das bestehende Geschäft stabilisiert und gleichzeitig nach neuen Kunden und zusätzlichen Märkten gesucht werden.
Auch Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) begrüßt die Investitionsentscheidung: "Die Industrie steht derzeit vor großen Herausforderungen, und Investitionsentscheidungen sind alles andere als selbstverständlich. Umso erfreulicher ist es, dass es für den traditionsreichen Standort in Ebergassing eine konkrete Zukunftsperspektive gibt. Mein Dank gilt Dr. Kari Kapsch für die Bereitschaft, hier unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und die Weiterentwicklung des Betriebs voranzutreiben."
Die Übernahme biete die Chance, industrielles Know-how und Wertschöpfung in Ebergassing zu halten und den Betrieb auf eine neue Grundlage zu stellen.
Kapsch selbst dämpft trotz der positiven Nachrichten zu frühe Euphorie. Bis zum endgültigen Abschluss seien noch zahlreiche Schritte notwendig. Ziel sei aber klar eine "langfristig tragfähige Zukunftsperspektive" für den Standort.