Er galt als große Hoffnung im österreichischen Wintersport, holte sogar Junioren-WM-Gold - jetzt ist alles vorbei: Kilian Gütl hat seine Karriere in der Nordischen Kombination mit nur 22 Jahren beendet.
Der Vorarlberger zog vor wenigen Wochen beim Austria Cup in Seefeld endgültig einen Schlussstrich. Die Entscheidung kam nicht von heute auf morgen. "Ich habe gemerkt, dass ein Leben ohne Nordische Kombination möglich ist", erklärt Gütl.
Sportlich war der Weg nach oben schwierig werden können. Mit 1,92 Meter Körpergröße und über 80 Kilo hatte er im Vergleich zur Konkurrenz klare Nachteile. "Irgendwann haben Aufwand und Ertrag nicht mehr zusammengepasst", so der ehemalige Kombinierer.
"Bei meinem Weltcup-Debüt in Ramsau hat mir der Materialkontrolleur gratuliert, dass ich mit meinem Gewicht überhaupt am Start stehe", erinnert sich Gütl mit einem Grinser in der "TT".
Ganz ohne Sport bleibt er aber nicht: Gütl wechselt auf den Fußballplatz und läuft künftig für den FC Zirl im Tiroler Unterhaus auf. Der Kontakt entstand über frühere Weggefährten, im Team ist er bereits gut angekommen.
Auch im Verein ist die Freude groß. Gütl soll mithelfen, den Aufstieg zu schaffen. Der Start verlief allerdings holprig: Zum Auftakt setzte es eine 0:2-Niederlage.